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Kolumbien leitet Friedensgespräche mit ELN-Rebellen ein

Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos
Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos
Die Friedensgespräche mit der linken Guerillaorganisation FARC stehen kurz vor dem Abschluss, jetzt bittet die kolumbianische Regierung auch die kleinere Rebellengruppe ELN an den Verhandlungstisch. Am Mittwoch einigten sich Unterhändler in der venezolanischen Hauptstadt Caracas auf die Eckpunkte der Friedensgespräche.


“Wir wollen dem Konflikt ein Ende setzen, die politische Gewalt beenden und die Situation der Opfer in den Mittelpunkt stellen”, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung. Zur Verhandlung stehen ein Waffenstillstand, die Entschädigung der Opfer, Sicherheitsgarantien für ELN-Kämpfer und die politische Zukunft der Guerillaorganisation. Die Gespräche finden zunächst in Ecuador statt. Zudem soll es Verhandlungsrunden in Kuba, Brasilien, Chile und Venezuela geben.

“Die Verhandlungen mit den FARC und der ELN sind unterschiedlich, aber beide sollen dem Konflikt ein Ende setzen”, sagte der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos. “Mit Hoffnung streben wir dem Ende des Konflikts in Kolumbien entgegen. Mehr als jemals zuvor sollten wir jetzt vereint sein, damit der Frieden Wirklichkeit wird.”

Die kolumbianische Regierung führt seit mehr als zwei Jahren Sondierungsgespräche mit der ELN. Zuletzt hatten die Rebellen als Zeichen des guten Willens mehrere Geiseln freigelassen. Allerdings startete die marxistische Guerilla zu Beginn des Jahres auch eine Militäroffensive. Die Gruppe soll rund 2000 Kämpfer haben und ist in fünf Regionen Kolumbiens aktiv.

Mit den Revolutionären Streitkräften Kolumbiens (FARC) verhandelte die kolumbianische Regierung seit 2012 über einen Friedensschluss. Am 23. September 2015 kam es in Havanna zum historischen Handschlag zwischen Santos und FARC-Chef Rodrigo Londono alias “Timochenko”. Damals wurde eine Frist von sechs Monaten für die Ausarbeitung eines Friedensvertrags vereinbart. Bei Auslaufen dieser Frist in der Vorwoche einigten sich die Parteien jedoch, sich noch bis Ende 2016 Zeit zu geben. Mehrere Zwischenvereinbarungen unter anderem zu Entschädigungen für Opfer und dem Kampf gegen die Drogenkriminalität wurden bereits geschlossen.

Im Bürgerkrieg zwischen staatlichen Sicherheitskräften, linken Rebellen und rechten Paramilitärs kamen in dem südamerikanischen Land bisher über 220.000 Menschen ums Leben und Millionen wurden vertrieben.

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