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Koller lässt sich nicht in die Karten schauen

Koller begrüßt Konkurrenz um Positionen
Koller begrüßt Konkurrenz um Positionen
Die Vorbereitung des österreichischen Fußball-Nationalteams auf den EM-Quali-Auftakt am Montag (20.45 Uhr) in Wien gegen Schweden geht in die heiße Phase. Teamchef Marcel Koller ließ am Donnerstagvormittag auf den Trainingsplätzen des Ernst-Happel-Stadions zum letzten Mal öffentlich trainieren. Den Nachmittag hatten seine Spieler zur freien Verfügung.

Mit kleinen Blessuren müssen sich die Deutschland-Legionäre Sebastian Prödl und Martin Harnik herumschlagen. Innenverteidiger Prödl musste das Vormittagstraining wegen einer Verspannung der Gesäßmuskulatur abbrechen, Offensivspieler Harnik stand wegen Knieproblemen gar nicht erst auf dem Platz. “Eine Vorsichtsmaßnahme”, beruhigte Koller in beiden Fällen. “Alle anderen sind fit und einsetzbar.”

Bei der Aufstellung ließ sich der Teamchef noch nicht in die Karten blicken – nicht einmal bei der Anzahl der offenen Positionen. “Ich habe 23 Spieler im Kopf, da bin ich noch unschlüssig”, erklärte Koller. Im Sturm etwa, wo neben Rückkehrer Rubin Okotie im Training auch Neo-Australien-Legionär Marc Janko eine gute Figur abgab. Koller, der Janko bisher stets das Vertrauen geschenkt hat: “Ob es für 90 Minuten reicht, werden wir sehen. Aber er fühlt sich gut.”

Im Mittelfeldzentrum wird ein Partner für Bayern-Star David Alaba gesucht. Dazu hat Koller in der Innenverteidigung die Qual der Wahl. Neben den etablierten Kräften Prödl und Aleksandar Dragovic sind auch die Youngsters Kevin Wimmer und Martin Hinteregger (beide 21) ein Thema. “Wir haben alle unsere Stärken und Schwächen”, meinte Dragovic.

Koller begrüßt den Konkurrenzkampf. “Für uns ist wichtig, dass Junge nachrücken. Ich bin froh, dass wir diese Qualität haben”, betonte der Schweizer. “Die Älteren können sich nicht sicher sein. Die Konkurrenz ist wichtig, damit sich niemand ausruhen kann. Wir haben ja noch nichts erreicht.”

An seinem Stamm hat Koller dennoch festgehalten – auch, um seine Spielidee möglichst schnell umsetzen zu können. Fast drei Monate sind seit der jüngsten Teamzusammenkunft vergangen. “Die Spieler kommen von überall her, spielen in verschiedenen Systemen. Daher ist es wichtig, dass wir ihnen unsere Idee wieder präsentieren”, erklärte der 53-Jährige. Wie schnell die Rückbesinnung voranschreite, sei auch Erfahrungssache.

Den Matchplan gegen Schweden hat Koller im Kopf. “Die Idee steht, auch wenn sie ein bisschen vom Gegner abhängig ist.” Dieser testet am Donnerstagabend (19.45 Uhr) gegen Estland. Neun Spiele der Skandinavier hat sich Koller bisher angesehen, dazu gab es die beiden Duelle in der vergangenen WM-Qualifikation (2:1 und 1:2).

“Wir kennen die Spieler, die sie zur Verfügung haben”, sagte Koller. Erst bei der Aufstellung 90 Minuten vor Spielbeginn werde man aber endgültig wissen, in welchem System (4-4-2 oder 4-5-1) die Schweden antreten. “Dann kann man eventuell noch an den Stellschrauben drehen.”

Vom eigenen Plan will der Teamchef nicht abweichen. “Das ist ein Teil der Philosophie, die wir über zwei Jahre entwickelt haben”, erinnerte Koller. Dazu kommt ein großer Teamgeist, der in seiner Ära entstanden ist. Koller: “Ergebnisse können wir nicht versprechen, aber Einsatz und Leidenschaft, dass wir immer alles geben.” Das Spiel gegen Schweden ist seit Donnerstag mit 48.500 Besuchern ausverkauft. (APA)

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