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Regierung denkt über zeitnahe Wiedereröffnung des Handels nach

Kanzler Kurz stellt Handel Rückkehr in Aussicht
Kanzler Kurz stellt Handel Rückkehr in Aussicht ©APA
Schon am Montag könnte man wissen, wann und wo eine Wiederaufnahme des Handelsbetriebs kommen könnte, sagt Kanzler Kurz. Unterdessen beschränken Österreichs Handelsketten ab Karsamstag den Non-Food-Verkauf.
Kanzler Kurz trägt Maske
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Die Regierung hat am Freitag laut aber vage über eine Öffnung der Geschäfte nachgedacht. Möglicherweise schon am Montag könnte man wissen, wann der Handel trotz Corona-Krise wieder stärker anläuft, sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Freitag im Nationalrat. Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) will kommende Woche die Fahrpläne für das langsame Hochfahren vorstellen.

Handel darf den Anfang machen

Bundeskanzler Kurz erklärte, dass man sich mit den Experten am Sonntag die Zahlen ansehen werde. Würden diese es hergeben, werde man am Montag bekannt geben, wo eine Wiederaufnahme des Betriebs machbar ist. Einmal mehr stellte Kurz klar, dass man mit dem Handel beginnen werde. Aber auch hier werde es Begleitmaßnahmen geben müssen, etwa Abstand halten und das Anlegen von Masken.

Zeitpunkt offen

Vizekanzler Kogler nannte unterdessen keinen Zeitpunkt für eine mögliche Lockerung. Oberste Maxime bleibe die Gesundheit. "Wir verfolgen die Zahlen", insbesondere der belegten Intensivbetten in Spitälern. Seit 16. März sind die meisten Geschäfte und Lokale mit Ausnahme der Supermärkte, Drogerien und Apotheken wegen der Eindämmung der Coronavirus-Pandemie geschlossen. Seither gelten auch strenge Ausgangsbeschränkungen. "Hätten wir das nicht gemacht, hätten wir dieser Tage sämtliche Kapazitäten gesprengt", sagte Kogler.

Schritt für Schritt

"Würden wir einfach aufsperren, würde das Spiel von vorne losgehen", erklärte der Vizekanzler. Daher werde man Schritt für Schritt vorgehen und überlegen, wo man als erstes und dann mit Auflagen aufmachen könne. Dabei müsse die Ansteckungsgefahr möglichst minimiert werden können, so Kogler. Handelsgeschäfte hätten "gute Chancen" früher dabei zu sein, als etwa große Sportveranstaltungen. "Wir werden sehen, was wir nächste Woche dazu sagen können." Kogler schränkte aber ein, der Höhepunkt der Epidemie sei noch nicht erreicht.

Kanzler Kurz versicherte, dass die Regierung alles Menschenmögliche tun werde, damit Österreich rasch wieder aus der Krise herauskommen - dies aber nicht um den Preis von Krankheit, Leid und Tod. Für Kogler wäre es jetzt auch nicht seriös zu sagen, wann bestimmte Lebensbereiche wieder in den alten Stand zurückversetzt werden können, etwa bezüglich der Abhaltung von Großveranstaltungen. Gleichzeitig versicherte der Vizekanzler, dass die Regierung schon an den nächsten Paketen arbeite. Profitieren sollten da alle möglichen von Kultur- bis Sportvereinen.

Freiheit wiedererlangen

Kurz appellierte in seiner Erklärung eindringlich an die Bevölkerung auch zu Ostern auf Familienzusammenkünfte zu verzichten. Einschränkungen seien notwendig, "damit wir die Freiheit wieder erlangen, die wir gewohnt sind und damit wir das Leben mit den Menschen führen können, die wir lieben und nicht Menschen verlieren, die nicht sterben müssten". Koglers Bitte an die Bevölkerung: "Wir kommen da raus, wenn wir zusammenhalten." Dass Österreich bisher besser durch die Krise gekommen sei als andere, sei dem Verhalten der Bevölkerung zu verdanken, lobte Kurz.

WKÖ-Präsident: Stillstand auf Dauer nicht leistbar

Wirtschaftskammerpräsident Harald Mahrer sagte, der Staat könne sich den Stillstand nicht auf Dauer leisten. Es brauche eine neue Normalität, damit die Menschen wieder ihre Kredite und Mieten zahlen können. Apropos Kredite: Den heutigen Angaben zufolge können mit dem Schuldenmoratorium rund drei Millionen Kredite gestundet werden.

Handelsketten beschränken ab Karsamstag Non-Food-Verkauf

Nach Unstimmigkeiten innerhalb des Handels haben heute, Freitagnachmittag, die großen Lebensmittelhandelsketten Rewe, Spar, Hofer, Lidl und Metro bekannt gegeben, dass sie ab Karsamstag (11. April) den Verkauf ihres Non-Food-Sortimentes einschränken. Weiterhin verkauft werden Spielsachen.

Auf der Streichliste stehen dafür Fernseher, Computer, große Haushaltsgeräte, Fahrräder, Möbel, Heimwerker-Großgeräte, Gartenmöbel, Sport- und Babybekleidung, Poolzubehör und Fitness-Großgeräte.

Die beteiligten Händler sprechen von einem "Solidaritätsakt". "Wir wollen mit diesem Akt der Solidarität zum Ausdruck bringen, dass wir keinesfalls die Notlage von vielen Non-Food-Geschäften, die derzeit nicht geöffnet sein dürfen, ausnutzen und schränken daher von uns aus große Teile des Non-Food-Sortiments im Direktverkauf ein", so Rewe, Spar, Hofer, Lidl und Metro in einem gemeinsamen Statement.

Dem Vernehmen nach soll sich Spar anfänglich gegen die Einigung quergelegt haben. Noch heute Vormittag hatte sich Spar in einer Presseaussendung gegen Einschränkungen beim Non Food-Verkauf ausgesprochen.

In dieser Spar-Aussendung hieß es dazu: "Die aktuelle, von Non Food-Händlern angestoßene Diskussion rund um das Thema Verkauf von Non-Food-Produkten im Lebensmittelhandel, hält Spar für zu kurz gedacht, ja sogar für gefährlich. Dürfte der Lebensmittelhandel nun auch das bei ihm übliche Non Food-Sortiment nicht mehr verkaufen, hätte das massive negative Folgen. So würden beispielsweise noch viele weitere heimische Arbeitsplätze verloren gehen, vor allem auch bei den österreichischen Vorlieferanten."

(APA)

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