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Klinik-Mitarbeiter in Kassel plünderte Verstorbene aus

Die Polizei kam dem Dieb durch ein gestohlenes Handy auf die Spur.
Die Polizei kam dem Dieb durch ein gestohlenes Handy auf die Spur. ©dapd / Symbolfoto
Im Klinikum Kassel hat ein Mitarbeiter über Jahre Verstorbene ausgeplündert und ist schließlich durch einen Handy-Diebstahl bei einem mutmaßlichen Neonazi-Opfers aufgeflogen.

Bei den Ermittlungen im Fall des 21-jährigen Opfers der Neonazi-Zelle sei 2006 festgestellt worden, dass sein Telefon fehlte, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Kassel am Freitag und bestätigte damit einen Bericht des Magazins “Focus”.Die Ermittler stießen demnach durch die Suche nach dem Handy auf den damals 43 Jahre alten Klinik-Mitarbeiter. Dem Mann wurden laut Staatsanwaltschaft schließlich noch weitere Fälle zur Last gelegt, in denen er Verstorbene bestohlen haben soll. Er wurde Anfang 2007 zu einer Geldstrafe verurteilt und verlor auch seinen Job am Klinikum Kassel.

Diebstahl von Handy “aus Neugier”?

Zu dem Diebstahl des Handys sagte er laut “Focus”, er habe “aus Neugier” ein Kühlfach in der Gerichtsmedizin geöffnet und einem noch halb bekleideten Toten das Mobiltelefon aus der Hosentasche genommen. Er soll dem Bericht zufolge von anderen Verstorbenen unter anderem Goldringe, Silberketten, Bargeld, Mobiltelefone und sogar Herzschrittmacher gestohlen haben.

Der Tote war eines der zehn Opfer, die von der Neonazi-Zelle Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) ermordet worden sein sollen. Der jahrelang untergetauchten Gruppe werden neun Morde an Migranten, ein Mord an einer Polizistin sowie zwei Sprengstoffanschläge in Köln zur Last gelegt. (APA)

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