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Klimt-Bild erzielt Rekordpreis

Das im Jahr 1907 von Gustav Klimt gemalte Porträt Adele Bloch-Bauer hat mit 135 Millionen Dollar (106,7 Mio. Euro) den höchsten je für ein Gemälde gezahlten Preis erzielt.

Gustav Klimts Gemälde „Adele Bloch-Bauer I“, das nach Expertenmeinung wertvollste jener fünf zu Jahresbeginn nach einem Schiedsspruch aus der Österreichischen Galerie Belvedere an die Erben rund um Maria Altmann restituierten Bilder, hat einen neuen Besitzer: Der Kosmetik-Hersteller, Kunstsammler und ehemalige US-Botschafter in Österreich, Ronald Lauder, hat das Bild für die Neue Galerie in Manhattan erstanden. Die „New York Times“ nennt als Kaufpreis 135 Millionen Dollar (106,7 Mio. Euro). Damit wäre die „Goldene Adele“ weltweit das bisher teuerste verkaufte Gemälde. Offiziell wird die Summe weder bestätigt noch dementiert.

Den bisherigen Rekordpreis von 104,1 Millionen Dollar hatte im Jahr 2004 das Picasso-Bild „Junge mit Pfeife“ bei einer Versteigerung von Sotheby’s erzielt. Das auf deutsche und österreichische Kunst spezialisierte New Yorker Museum wird alle fünf resituierten Klimt-Bilder aus der Österreichischen Galerie Belvedere von 13. Juli bis 18. September in einer Ausstellung zeigen. Lauder hatte stets als einer der wahrscheinlichsten Käufer des 1907 von Gustav Klimt gemalten Porträts gegolten.

Als eine Erwerbung, die man nur einmal im Leben mache, und einen „Schlüsselmoment für die Neue Galerie“ bezeichnete Lauder in einer Aussendung den Kauf, das Gemälde werde „das Museum unschätzbar bereichern“. „Als geborener Wiener hatte ich das Glück, dieses außergewöhnliche Bild häufig im Belvedere zu sehen“, sagte Renée Price, Direktorin der Neuen Galerie, „Dieses Gemälde ist für die Neue Galerie so wichtig wie die ’Mona Lisa’ für den Louvre.“

Bloch-Bauer-Erbin Maria Altmann freute sich darüber, dass die Ausstellung der fünf Gemälde nun vom Los Angeles County Museum of Art, wo sie bis 30. Juni zu sehen ist, in die Neue Galerie in New York übersiedle, denn „meine Familie und ich haben bei unseren langen Bemühungen um die Wiedererlangung dieser Gemälde große Unterstützung aus New York erhalten“. Es sei „besonders befriedigend zu wissen, dass das berühmteste der Bilder, jenes von meiner Tante Adele Bloch-Bauer, dauerhaft in so einem angesehenen Museum zu sehen sein wird“.

Die Summe von 135 Mio. Dollar war der „New York Times“ von einem Experten, der in die Verkaufsverhandlungen einbezogen war, jedoch anonym bleiben wollte, genannt worden. Gegenüber der Zeitung bestritt Lauder nicht, einen Rekordpreis für das Gemälde gezahlt zu haben und betonte: „Das ist unsere ’Mona Lisa’!“ Nach seinen Angaben soll das Auktionshaus Christie’s an der Transaktion mitgewirkt haben. Laut Altmann sei Lauder in den Jahren des Rechtsstreits um die Gemälde stets in Kontakt mit ihr gewesen und habe ihr dabei jede Hilfe angeboten. Die Einigung der über Wochen dauernden Kaufverhandlungen soll bereits vor ein paar Wochen erzielt worden sein, der Kaufvertrag soll mehr als 15 Seiten umfassen.

Laut „LA Times“ schätzen Experten den Wert der restlichen vier Klimt-Gemälde im Besitz der Bloch-Bauer Erben auf „zwischen 100 und 150 Mio. Dollar“, ihr Schicksal soll noch nicht entschieden sein. „Vielleicht wird sich nach der Ausstellung in der Neuen Galerie Christie’s um sie kümmern“, so Maria Altmann gegenüber der „New York Times“, „Ich hoffe sehr, dass sie an ein Museum gehen werden. Aber vorerst bin ich nur glücklich, dass sie nun in der Neuen Galerie sein werden. Das ist ein würdiger Rahmen. Ich hätte mir keinen besseren Ort wünschen können.“ Der „Los Angeles Times“ sagte Altmann: „Wir haben ein Museum gewählt, das die Brücke zwischen Europa und den USA ist.“

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