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Klimawandel kann Ende des Amazonasregenwaldes bedeuten

©AP
Bei einem wahrscheinlichen globalen Temperatur­anstieg um vier Grad Celsius in diesem Jahrhundert werden 85 Prozent des Regenwaldes vernichtet.

Zu diesem Ergebnis kommt laut WWF eine neue Studie der britischen Forschungsgesellschaft “Met Office”. ”Auch wenn die globale Erwärmung unter einer durchschnittlichen Temperaturerhöhung von zwei Grad gehalten werden kann, würden noch immer 20 bis 40 Prozent des Regenwaldes innerhalb der nächsten 100 Jahre irreversibel geschädigt werden”, kommentierte Martina Glanzl vom WWF-Österreich die Studie.

Selbst wenn es gelingt, die Klimaziele von Kyoto sofort umzusetzen, wird der Regenwald trotzdem langfristig leiden, befürchtet die Organisation. Es handle sich um ein sehr empfindliches Ökosystem. Wissenschaftliche Simulationen prognostizieren einen Kippeffekt bei einer Schädigung des Waldes über einen bestimmten Prozentsatz hinaus. Dann brechen die restlichen Teile des Feuchtigkeitskreislaufs zusammen. Damit wäre die Artenvielfalt am Amazonas verschwunden – mit heute noch unvorstellbaren Auswirkungen auf alle Kontinente. Denn die tropischen Wälder sind die Motoren des weltweiten Wetters.

“Wenn Regenwälder wie jener am Amazonas von der Erde verschwinden, ändert sich das Wetter extrem. Überschwemmungen, Hitze- und Frostperioden, rasche Umschwünge, Ernteausfälle und Wasser- sowie Energiekrisen wären auch in Mitteleuropa vorprogrammiert”, so Glanzl. Außerdem tragen die sterbenden Regenwälder selbst auch massiv zur globalen Erwärmung bei. 600 Milliarden Tonnen Kohlendioxid (etwa 170 Milliarden Tonnen Kohlenstoff) sind laut neuen Forschungsergebnissen des Schweizer IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) allein im Amazonas-Regenwald gespeichert. Ein sterbender oder brennender Wald gibt den Kohlenstoff wieder frei.

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