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Klima-ABC: Vom Alpenraum bis zum Zwei-Grad-Ziel

Kohlendioxid (CO2) trägt zu 76 Prozent zum Treibhauseffekt bei.
Kohlendioxid (CO2) trägt zu 76 Prozent zum Treibhauseffekt bei. ©AP
Beim Klimagipfel schwirren viele Daten, Namen und Fakten herum. Das Klima-ABC erläutert einige davon.

Alpenraum
Der Alpenraum ist vom Klimawandel und seinen Auswirkungen stärker betroffen als andere europäische Regionen. Experten rechnen mit einem Temperaturanstieg zwischen 1,3 und 3,5 Grad bis 2050.

Basic-Staaten
Diese Gruppe umfasst die vier großen Schwellenländer Brasilien, Südafrika, Indien und China. Sie haben zwar auch Klimaziele, pochen aber vor allem auf die historische Verantwortung der Industriestaaten. BRICS heißt diese Staatengruppe plus Russland. Sie umfasst über 40 Prozent der Weltbevölkerung.

CO2
Kohlendioxid (CO2) trägt zu 76 Prozent zum Treibhauseffekt bei. Heute ist die CO2-Konzentration in der Atmosphäre um 40 Prozent höher ist als vor dem Beginn der Industrialisierung um 1750.

Dämme
Industrieländer können Dämme bauen, auf kleinen Inselstaaten ist das nicht möglich. Der Meeresspiegel ist laut IPCC von 1901 bis 2010 um 19 Zentimeter gestiegen. Er klettert immer schneller, derzeit um über drei Millimeter pro Jahr.

Einstimmigkeit
Bei den UN-Klimaverhandlung ist es üblich, dass das Abschlussdokument ohne Gegenstimme angenommen wird.

Figueres Christiana
Sie leitet das UN-Klimasekretariat seit 2010 und ist somit die UN-Klimachefin. Die resolute Diplomatin aus Costa Rica studierte in England und war unter anderem Botschafterin in Deutschland. Sie ist 1956 geboren und hat zwei Töchter.

Fluorierte Kohlenwasserstoffe (FCKW)
Die FCKW tragen zu zwei Prozent zum Treibhauseffekt bei. Die Produktion dieser ozonzerstörenden Stoffe ist durch das Montreal-Protokoll zum Schutz der Ozonschicht inzwischen weitgehend verboten, sie sind aber sehr langlebig.

Gletscher
Sie werden derzeit pro Jahr im Schnitt 0,5 bis einem Meter dünner. Das sei zwei- bis dreimal mehr als im Durchschnitt des 20. Jahrhunderts, berichtet der World Glacier Monitoring Service. Sie sind in vielen Ländern ein wichtiges Trinkwasserreservoir.

Hitzewellen
Die Jahre mit den fünf heißesten Sommern seit 1500 lagen alle nach dem Jahr 2000. Besondere Hitzewellen gab es 2003 in Europa mit 70.000 Toten und Ernterückgängen sowie 2010 in Westrussland mit 55.000 Toten und Waldbränden. Viele Forscher vermuten als Ursache neben der Erderwärmung unter anderem den arktischen Jetstream.

IPCC
Der Weltklimarat IPCC wurde 1988 gegründet. Er soll zeigen, wie sich der Klimawandel auswirkt, welche Anpassungsstrategien es gibt und wie er gebremst werden kann. Mehrere Tausend Forscher werten bestehende Daten für die regelmäßig erscheinenden Berichte aus.

Jetstream
Dieser wellenförmige Windstrom umkreist die Nordhalbkugel in mehreren Kilometern Höhe. Gewöhnlich verändert sich die Lage seiner Wellen. Immer häufiger bleiben sie starr, was zu langen Dürren oder anhaltenden Regenfällen mit Hochwasser führen kann.

Kyoto
Das Kyoto-Protokoll von 1997 war der erste weltweite Klimavertrag, der jedoch nur den Industrieländern Klimaziele gab. Bei Kyoto II, das von 2013 bis 2020 läuft, sind nur noch die EU und zehn weitere Länder dabei, die 15 Prozent der Weltemissionen umfassen. Sie wollen ihren Ausstoß von 1990 bis 2020 um 18 Prozent reduzieren.

Lachgas
Es wird auch Distickoxid (N2O) genannt und ist als drittwichtigstes Treibhausgas zu etwa sechs Prozent am Klimawandel beteiligt. Es entweicht vor allem aus Feldern mit Stickstoffdünger.

Methan
Das zweitwichtigste Treibhausgas trägt zu 16 Prozent zur Erderwärmung bei. Es entsteht unter anderem im Magen von Kühen und anderen Wiederkäuern.

Niederschlag
Der Weltklimarat erwartet, dass feuchtere Regionen mehr Niederschläge und trockenere noch weniger bekommen. Auch in den mittleren Breiten rechnen die Experten mit mehr Extremwetter.

Ozeane
Die Meere erwärmten sich von 1971 bis 2010 in bis zu 75 Metern Tiefe über 0,1 Grad pro Jahrzehnt. Zudem nahmen sie sehr viel vom menschengemachten CO2 auf, was zur Versauerung führte.

Pariser Klimagipfel
Vom 30. November bis 11. Dezember 2015 soll in Paris ein Weltklimavertrag entstehen, der dazu beiträgt, die Erderwärmung unter 1,5 oder 2 Grad Celsius zu halten.

Quellen der Treibhausgase
Die wesentlichen Verursacher der österreichischen Treibhausgas-Emissionen waren im Jahr 2013 die Sektoren Energie und Industrie (45,6 Prozent), Verkehr (28,0 Prozent), Gebäude (10,5 Prozent) sowie Landwirtschaft (9,7 Prozent). Diese Sektoren sind für rund 94 Proeznt der Treibhausgas-Emissionen verantwortlich.

Rio de Janeiro
Auf dem Gipfel von Rio 1992 vereinbarten die Länder die Klimarahmenkonvention: Die Erdtemperatur darf demnach nur so weit steigen, dass sich die Ökosysteme dem Klimawandel anpassen können und “die Nahrungsmittelerzeugung nicht bedroht wird”.

Stern-Report
Der Ökonom Nicholas Stern schreibt 2006: Hinreichender Klimaschutz kostet 1 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts, bei Nicht-Handeln drohen jedoch Schäden von fünf bis über 20 Prozent.

Temperaturanstieg
Die Erdtemperatur ist im Vergleich zur vorindustriellen Zeit um 0,85 bis 0,9 Grad Celsius angestiegen. Da viele Treibhausgase langlebig sind, reichern sie sich auch bei starkem Klimaschutz an. Um die Erwärmung auf zwei Grad zu begrenzen, müssten die Emissionen von 2010 bis 2050 um 40 bis 70 Prozent sinken.

Umbrella-Gruppe
Dieses – oft bremsende – Staatenbündnis auf Klimakonferenzen besteht aus den Industriestaaten USA, Russland, Kanada, Japan, Australien, Norwegen, Ukraine, Neuseeland und Island.

Versauerung
Die Ozeane haben etwa 30 Prozent des menschengemachten CO2 aufgenommen und sind dadurch um etwa 30 Prozent saurer geworden. Das kann kalkhaltigem Plankton schaden, das wichtig für die Nahrungskette im Ozean ist, sowie Korallen, Muscheln und Fischen.

Wälder
Die Wälder der Erde haben durch zusätzliches Wachstum ebenfalls rund 30 Prozent des menschengemachten CO2 aufgenommen. Wann diese Kapazität erschöpft ist, ist noch ungewiss. Andererseits trägt ihre Zerstörung derzeit zu rund zwölf Prozent zum Treibhauseffekt bei.

Zwei-Grad-Ziel
Viele Forscher gehen davon aus, dass die Ziele von Rio – eine für Mensch und Natur noch erträgliche Erwärmung – bei 1,5 bis zwei Grad Temperaturerhöhung erreicht sind. 2010 in Cancun erkannten die Staaten die Zwei-Grad-Grenze an.  (APA/dpa)

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