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Klien steht mächtig unter Druck

Für David Coulthard und Christian Klien werden die nächsten vier Monate oder zehn Rennen zu einer Qualifikation für einen Teamplatz im Formel-1-Rennstall von Red Bull Racing im nächsten Jahr.

Denn 2007 soll und muss bei Red Bull Racing der “Newey-Faktor” in Form des ersten vom neu verpflichteten Technikguru Adrian Newey verantworteten Autos zum Tragen kommen. Und mit der dann gewachsenen Beziehung zum Motorenpartner Ferrari muss die Mannschaft, wie es Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz kürzlich in einem Interview bestätigte, ganz vorne um Siege mitfahren: “Und dabei können wir uns keine Piloten leisten, die eine Sekunde oder eineinhalb Gewinn durch Newey und Ferrari wieder herschenken”, hatte der Salzburger Unternehmer erklärt. Das präzisierte nun sein Motorsport-Konsulent Helmut Marko am Rande des Grand Prix von Malaysia in Sepang, nachdem in den letzten Wochen alle möglichen Stars als Neuzugänge von RBR auf der Gerüchtebörse aufgetaucht waren. “Zu warten, bis zwei Drittel der Saison vorbei sind, um die Fahrer für 2007 zu verpflichten, ist viel zu lang. Die Entscheidung fällt im Sommer rund um Saisonmitte”, sagte der Grazer – also spätestens im Juli oder bis Hockenheim.

Womit die kommenden zehn Rennen für die aktuelle Besetzung Coulthard/Klien zu einer einzigen Quali-Phase werden. In der der Schotte auf Grund seiner Arbeitsmethode, seines technischen Feedbacks und seines persönlichen Engagements offenbar weit bessere Karten haben dürfte als der aus der hauseigenen Nachwuchspflege kommende Klien. Was am Hohenemser nicht goutiert wird: Ihm wurde eine Übersiedlung nach England nahe gelegt, um näher beim Team (in Milton Keynes) zu sein und engere Kontakte zu halten. Klien reagierte darauf aber nicht – und zog ins schweizerische Diepoldsau um. Und auch das Verhältnis zwischen Kliens allgegenwärtigem Vater Johannes und den Teamverantwortlichen ist nicht friktionsfrei, wie im Fahrerlager unschwer zu bemerken ist.

Gerüchtebörse lebt
Nur so einfach nach freien Topstars zu greifen, wenn Coulthard und/oder Klien nicht mehr den Ansprüchen genügen, wird es für RBR auch nicht sein, daran ändern auch allfällige finanzielle Traumangebote nichts. Denn ein “erprobter Siegfahrer” (Marko), den man dann holen würde, wird auch nicht zu einem Team wechseln, das seine Siegfähigkeit noch nicht beweisen konnte. Und im Moment ist RBR für die Topstars der Branche entgegen allen Gerüchten kein Thema, es könnte aber mit dem Newey-Auto eines werden. Allerdings: Mehr als auf freie RBRCockpits wartet die Branche auf eine Zukunftsentscheidung von Michael Schumacher, danach fällt der Dominostein Räikkönen, danach Montoya usw. Und RBR könnten plötzlich die Alternativen ausgehen, wenn Schumi in Pension ist, Kimi bei den Roten und Juan Pablo auf Druck von Telefonica bei Renault andockt. Es wird jedenfalls auch abseits der kommenden Rennen spannend.

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