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Klien muss Cockpit räumen

Christian Klien kann die Formel-1-Rennen in Imola, Montmelo und Monte Carlo nur als Zuschauer erleben. Red Bull Racing entschied am Dienstag, dass Viantonio Liuzzi anstelle des Vorarlbergers bestreiten wird.

“Schon vor Saisonbeginn war mir immer klar, dass Tonio seine Chance bekommen und Rennen bestreiten wird”, lautete der Kommentar von Klien zur Entscheidung seines Teams. “Ich glaube, dass ich einen guten Job in den ersten drei Rennen gemacht habe, und bin zufrieden mit meiner Leistung. Denn im Qualifying war ich nie schlechter als Siebenter und habe in Australien und Malaysia WM-Punkte geholt. Und als Rennfahrer will man natürlich immer fahren. Ich weiß jetzt schon, dass es enorm hart werden wird für mich, die Rennen aus der Box zu verfolgen.”

Trotzdem kann der mit 22 Jahren jüngste aktuelle WM-Pilot in der Königsklasse des Motorsports mit der Entscheidung von Red Bull Racing, nun Liuzzi, der im Vorjahr in Imola, Montmelo und Monaco die Läufe zur FIA-Formel-3000-Meisterschaft gewonnen hatte, eine Chance zu geben, relativ gut leben. “Ich habe immer die Gründe für diese Strategie verstanden und akzeptiere sie voll und ganz. Ich wünsche Tonio auch viel Glück und werde alles tun, um das Team in den kommenden drei WM-Läufen die bestmögliche Unterstützung zukommen zu lassen.”

Das Red-Bull-Team würdigte die Verdienste von Klien in den ersten drei Saisonrennen, vor allem den siebenten Platz in in Melbourne sowie den achten in Sepang. Nur zuletzt in Bahrain war der Hohenemser schon vor dem Start zur Aufwärmrunde von einem Elektronik-Defekt gestoppt worden, nachdem er sich als Siebenter des Qualifyings für die vierte Startreihe qualifiziert hatte. Doch auf Grund des bereits vor der Saison getroffenen “Abkommens” soll nun auch der 24-jährige Liuzzi Rennerfahrung in der Formel 1 sammeln. Teamchef Christian Horner, der in einer Telefonkonferenz mit Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz und Sportdirektor Helmut Marko an der Entscheidung beteiligt war, sagte, dass sich sein Rennstall “sehr glücklich” schätzen könne, “in der Position zu sein, zwei extrem talentierte junge Piloten unter Vertrag zu haben”. Der Brite, mit 31 Jahren der jüngste Teamchef in der Formel 1, betonte, dass es sich beim Votum für den Italiener keinesfalls um eine Entscheidung gegen Klien, sondern um eine für Liuzzi gehandelt habe. “Das wahre Potenzial eines Fahrers sieht man erst an einem vollen Rennwochenende. Christian hat die ersten drei Rennen fehlerlos absolviert und zwei Mal WM-Punkte geholt. Diese Entscheidung hat also überhaupt nichts mit seiner Leistung zu tun. Wir wollen einfach, dass auch unser dritter Pilot Erfahrung sammelt.”

Wer nun als dritter Pilot im San-Marino-, Spanien- und Monaco-GP zum Einsatz kommen wird, ist noch ungewiss. Klien darf auf Grund des Reglements nicht als Freitagsfahrer eingesetzt werden, da er die gesamte abgelaufene WM-Saison bestritten hat. Und die beiden Red-Bull-Junior-Piloten Scott Speed (USA) und Neel Jani (SUI), die als dritte Piloten in Frage kämen, sind in der in Imola beginnenden GP2 engagiert. Red Bull Racing hat am Dienstag eine “baldige Entscheidung” in dieser Causa angekündigt.

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