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"Klien hat Cockpit verdient"

Im Gespräch mit der APA analysiert Österreichs dreifacher Formel 1-Weltmeister Niki Lauda das Phänomen Alonso, beurteilt den Minardi-Kauf durch Red Bull und stellt ein vorläufiges Zeugnis für den Vorarlberger Christian Klien aus.

APA: Was macht das Phänomen Fernando Alonso aus?
Lauda: “Dass er natürlich vom Lieben Gott mit Talent gesegnet ist. Aber das alleine reicht in der Formel 1 natürlich nicht.”

APA: Wie würden Sie ihn und seinen Renn-Stil charakterisieren?
Lauda: “Er ist ein absolut perfekter Rennfahrer der neuen Generation. Er macht fast alles richtig und weiß, dass er auch im richtigen Moment vom Gas gehen muss.”

APA: “Vom Gas gehen?”
Lauda: “Vollgas geben kann bald Einer. Aber wenn es darum geht, den Kopf einzuschalten, da ist Alonso für mich eigentlich schon der Weltmeister. Er fährt heuer einfach perfekt und daher ist er auch der verdiente Weltmeister, wenn er es dann ist.”

APA: Red Bull hat mit Minardi einen zweiten Rennstall gekauft. Wie beurteilen Sie dieses Kräfte-Splitting?
Lauda: “Ich verstehe die Entscheidung von Mateschitz voll und ganz. Er sagt: Ein Team hab ich, jetzt verwende ich das zweite, um meine jungen Fahrer zu züchten und ihnen zu helfen, in die Formel 1 zu kommen.”

APA: Wie wird das in der Praxis aussehen?
Lauda: “Man muss aufpassen, dass die Teams vorerst technisch auseinander bleiben. Die Synergien kann man nämlich erst dann richtig nutzen, wenn das Nummer-Eins-Team wirklich top ist. Ich bin überzeugt, dass Minardi in Italien bleibt und Red Bull in Milton Keynes. Dann wird man zu einem späteren Zeitpunkt versuchen, Synergien zu erzielen, damit beide Teams besser werden.”

APA: Wie beurteilen Sie die Entwicklung von Christian Klien, hat er sich ein weiteres Jahr im Red Bull-Cockpit verdient?
Lauda: “Die Entscheidung trifft natürlich nur Red Bull. Aber er hat sich gut entwickelt und er hat es sich verdient. Deshalb darf er auch jetzt die letzten drei Rennen fahren.”

APA: Hat sich Klien im bisherigen Saisonverlauf gut behauptet?
Lauda: “Die Situation war für beide Fahrer (Klien und Liuzzi) immer schwierig, weil sie nie genau wussten, ob sie beim nächsten Grand Prix zum Einsatz kommen. Stabilität hilft da sicher. Als Formel 1-Fahrer hat sich Klien sicher normal entwickelt.”

APA: Es gibt wieder einmal Diskussionen um den Formel 1-Modus.Verschiedene Qualifying-Varianten werden diskutiert. Welche sagt Ihnen am meisten zu?
Lauda: “Dazu habe ich keine Entscheidungsgewalt und will ich eigentlich auch gar nichts sagen. Formel 1-Politik ist so verwirrend, dass man am besten nur das schreibt oder sagt, was dann herauskommt und was man dann sieht. Die faseln alle so lange herum, bis sie nur noch konfus sind.”

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