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Kleinwagenboom in Vorarlberg

Schwarzach - Österreich erlebt einen Kleinwagenboom, zeigt eine Untersuchung des Verkehrsclub Österreich (VCÖ).

Bereits 30,1 Prozent der Neuzulassungen sind ein Stadt- oder Kleinwagen. Den höchsten Kleinwagenanteil hat Vorarlberg mit 33,8 Prozent.

Die gestrige Einigung auf EU-Ebene zu den CO2-Grenzwerten bezeichnet der VCÖ als “faulen Kompromiss auf Kosten der Umwelt und der Autofahrer”. Erst 2015 soll das 5-Liter-Auto die Norm bei Neuwagen sein, kritisierte der Verkehrsclub.

In den ersten zehn Monaten hat sich die Zahl der Neuzulassungen heuer auf 77.586 Stadt- und Kleinwagen erhöht. Damit sind bereits 30,1 Prozent der Neuwagen “Kleine”. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres hatte der Anteil erst 27,8 Prozent betragen, im Jahr 2004 entschieden sich überhaupt nur 24,9 Prozent der Neuwagenkäufer für ein kleines Modell.

“Die Klimaschutzdiskussion und die hohen Spritpreise hätten beim Autokauf zu einem Umdenken geführt. Für immer mehr Kunden ist der Verbrauch ein wichtiges Kriterium. Immerhin spart man sich bei den laufenden Kosten eine Menge Geld”, erklärt VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen. Verbraucht ein Auto auf 100 Kilometer 5 statt 7 Liter Benzin, dann spart man bei einer jährlichen Fahrleistung von 15.000 Kilometern immerhin 300 Liter Sprit. Für die Geldbörse je nach Spritpreis eine Entlastung von 300 bis 400 Euro, für die Umwelt eine Entlastung von rund 700 Kilogramm CO2.

Vorarlberg hat im Bundesländer-Vergleich mit 33,8 Prozent den höchsten Kleinwagenanteil. Dahinter folgen Kärnten mit 33,0 Prozent, die Steiermark mit 32,9 Prozent, Niederösterreich (32,5 Prozent), Tirol (32,1 Prozent), Oberösterreich (30,3 Prozent) sowie das Burgenland (29,7 Prozent). Den geringsten Anteil von Stadt- und Kleinwagen weist Wien mit 24,6 Prozent aus. Den zweitniedrigsten Anteil hat Salzburg mit 27,9 Prozent.

Für die Umwelt und die Spritkosten sei es wichtig, dass die Hersteller sparsamere Modelle auf den Markt bringen. “Die gestrige Einigung der EU zu den CO2-Grenzwerten ist eine vergebene Chance für den Klimaschutz, schadet den Autokäufern und ist aus wirtschaftlicher Sicht fahrlässig. Erst im Jahr 2015 soll das 5-Liter-Auto die Norm bei Neuwagen sein. Damit wird es 21 Jahre brauchen, bis das von Deutschland im Jahr 1994 formulierte Ziel Wirklichkeit wird. Wer dazu Schneckentempo sagt, beleidigt Schnecken”, so Rasmussen.

Europas Autoindustrie werde ohne deutliche Verringerung des Spritverbrauchs ihrer Modelle am Weltmarkt das Nachsehen haben. Der VCÖ fordert, dass bis zum Jahr 2020 das 3-Liter-Auto der Standard ist. Das bedeutet dann einen CO2-Wert von 80 Gramm pro Kilometer.

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