Klarheit über Gerätehaus-Zukunft.

Bezau, Reuthe - Die Anforderungen an die Feuerwehren nehmen zu, kaum eine Stadt oder Gemeinde, in der nicht in jüngster Vergangenheit oder in absehbarer Zukunft ein Zubau oder Neubau des Gerätehauses aktuell wurde oder wird.

Neubaupläne wälzt man derzeit auch im Bregenzerwald – Bezau und Reuthe planen neue Gerätehäuser, denn am bisherigen Standort „geht nichts mehr“. Zwangsläufig tauchte in diesem Zusammenhang auch die Variante auf, ein gemeinsames Haus zu errichten, zumal die möglichen Standorte – siehe Grafik – fast in Rufweite liegen. Reuthe ist diesbezüglich schon ein Stück weiter, die Gemeinde hat ein geeignetes Grundstück erworben, die Planungen aber ausgesetzt, um bis im Herbst die notwendigen Unterlagen „pro und kontra gemeinsames Haus mit Bezau“ abwägen und dann entscheiden zu können. Bezau ist noch auf Standortsuche und würde einen Standort in der Parzelle Ellenbogen bevorzugen. Bei einem gemeinsamen Haus könnte man aber auch mit dem von Reuthe ins Auge gefassten Standort „leben“.
„Für uns“, so Landesfeuerwehrinspektor Hubert Vetter, „wird jede Lösung mitgetragen, das müssen die Gemeinden und Feuerwehren unter sich ausmachen.“ Der Landesverband sei für alles offen, unterstütze die Gemeinden auch in der Entscheidungsfindung, überlasse es Bezau und Reuthe, die Entscheidung schluss-endlich selbst zu treffen.
Nicht so „neutral“ sieht es der zuständige Bezirksfeuerwehrinspektor (BFI) Hubert Bilger. „Bei einer Fusion der Feuerwehren in einem gemeinsamen Gerätehaus ist mit einem starken personellen Schwund zu rechnen. Über den Daumen gepeilt würde eine gemeinsame Feuerwehr etwa ein Drittel weniger Leute haben, als heute Bezau und Reuthe zusammen. Ich halte das für bedenklich, denn die Freiwilligen sind unser wertvollstes Kapital.“ In die gleiche Kerbe schlagen viele Feuerwehrleute beider Wehren, die sich jedoch in der heißen Diskussionsphase in der Öffentlichkeit nicht deklarieren möchten. „Gerade bei der Hochwasserkatastrophe hat sich gezeigt, dass jeder nur verfügbare Mann wertvoll ist. Wie hätten wir die damalige Herausforderung mit weniger Leuten bewältigen sollen“, gibt dazu ein Feuerwehrler aus Reuthe zu bedenken.
Ohne Diskussion vom Tisch wischen wollen die Thematik auch die Verantwortlichen nicht. Bezaus Bürgermeister und ehemaliger Feuerwehrkommandant Georg Fröwis ist allerdings skeptisch. „Ich finde es gut, dass sich Reuthe dazu bekannt hat, die eigenen Planungen auszusetzen und nun erst bis Ende des Jahres eine Entscheidung zu treffen. Natürlich wird es bis dahin auch gemeinsame Gespräche geben.“ Wenn es technisch umsetzbar ist und entsprechende deutliche Kosteneinsparungen bringt, wäre auch ein „Doppelfeuerwehrhaus“, bei dem die Wehren ihre Eigenständigkeit behalten, eine interessante Lösung. „Es gibt sicher Dinge – ich denke da an den Schlauchturm oder die Atemschutzwerkstatt, natürlich auch Infrastruktur wie Heizanlage udgl. – die in einem gemeinsamen Haus Kosten sparen.“

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