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Kirgisien: Spannung vor Präsidentenwahl

Dreieinhalb Monate nach dem Sturz von Präsident Askar Akajew wird am Sonntag in der zentralasiatischen Republik Kirgisien ein neuer Staatschef gewählt - Favorit: Übergangspräsident Kurmanbek Bakijew.

Klarer Favorit bei dem Urnengang in der ehemaligen Sowjetrepublik ist der Übergangspräsident Kurmanbek Bakijew. Er hatte das Amt Ende März nach der Flucht Akajews nach Russland angetreten.

Zu der von der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) beobachteten Wahl sind rund 2,6 Millionen Menschen aufgerufen. Rund tausend internationale Beobachter, darunter der ÖVP-Nationalratsabgeordnete Wolfgang Großruck, sollen den Ablauf des Urnengangs in den landesweit etwa 2000 Wahllokalen verfolgen.

Bakijew traf im Mai mit seinem aussichtsreichsten Konkurrenten, dem unter Akajew inhaftierten Oppositionspolitiker Felix Kulow, eine Vereinbarung, die den Sieg des Übergangspräsidneten äußerst wahrscheinlich erscheinen lässt. Demnach verzichtete Kulow auf eine Kandidatur und erhielt im Gegenzug von Bakijew das Versprechen, im Falle seines Sieges Regierungschef zu werden. Die Chancen von Bakijews noch verbliebenen fünf Gegenkandidaten werden allgemein als gering eingeschätzt. Die einzige veröffenlichte Meinungsumfrage ging von 82 Prozent Zustimmung für Bakijew aus.

Im März hatten Demonstranten den Regierungssitz in der Hauptstadt Bischkek gestürmt und den seit dem Ende der Sowjetunion regierenden Präsidenten Akajew gestürzt. Der Umsturz folgte auf wochenlange Proteste, die sich an Manipulationen der Parlamentswahlen vom Februar und März entzündet hatten.

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