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Kindergewehre für Dreijährige in heimischem Jagdkatalog

In Salzburg sorgt ein Katalog eines österreichischen Jagd-Geschäftes für Aufregung: Darin wird ein Schießspiel für Kinder ab drei Jahren angeboten, mit dem sie üben können, "Tontauben zu schießen - wie bei den Profis".

Dagegen protestieren Jugendanwaltschaft und Kinderfreunde, und auch der stellvertretende Landesjägermeister findet dies „unsinnig und rechtlich bedenklich“, berichtet der ORF Salzburg am Dienstag im Radio.

Zusätzlich sind zum Spiel auch Ersatz-Gummipatronen angeboten. Alles sei gefahrlos und kindgerecht, heißt es im Katalog. Außerdem wird laut ORF auch noch ein „Querflintenset“ mit Schrotpatronen für „Jungjäger“ ab drei Jahren angeboten.

„Das ist ein völlig abzulehnender Unsinn. Eine Waffe ist immer etwas Gefährliches und man darf es nie als Spiel darstellen, eine Waffe anzuwenden. Das wird hier gemacht“, ist Landesjägermeister-Stv. Walter Grafinger entsetzt. Besonders abwegig sei die Anpreisung „gefahrlos, kindgerecht, ab drei Jahren“. Grafinger, der auch Präsident des Salzburger Landesgerichtes ist, meinte, man müsse auch prüfen, ob das Verschießen von Gummigeschossen durch Dreijährige gesetzlich einwandfrei ist.

„Kriegsspielzeug ist nachgebildetes Tötungsgerät, das die Vernichtung des Gegners zum Ziel haben. In Kinderhänden haben Waffen besonders brisante Symbolkraft. Die Kinderfreunde Salzburg lehnen die Anpreisung von Kriegsspielzeug vehement ab und unterstützen die Kinder- und Jugendanwaltschaft bei ihrer rechtlichen Prüfung der Gewehre für Dreijährige“, zeigte sich auch Rudolf Barkmann, Landesvorsitzender der Kinderfreunde Salzburg, empört. Gerade in Zeiten von merkbar gestiegenem Aggressionspotenzial bei Kindern und Jugendlichen, von Amokläufen an Schulen in Finnland und Nordrhein-Westfalen und Berichten von Kindersoldaten in Dritte-Welt-Ländern seien derartige Produktionslinien nicht akzeptabel und strikt abzulehnen.

Der Geschäftsführer des Unternehmens meinte dazu, dass die Gummipatronen zum Tontaubenschießen weich und ungefährlich seien. Und die Patronen für die nachgebaute Schrotflinten seien überhaupt nur Attrappen und zum Knallen da. „Wir haben keinerlei Kriegsspielzeug, wir haben lediglich nachgebildete Jagdwaffen, die aus Kunststoff, Holz oder Metall hergestellt sind und keinerlei Gefährdung für Kinder darstellen.“ Einer rechtlicher Prüfung der Kindergewehre durch die Jugendanwaltschaft sehe er gelassen entgegen.

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