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Kinderarmut steigt in Europa

Die Katholischen Familienverbände in Europa fordern die Regierungen der EU-Mitgliedsstaaten auf, mindestens zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts in Barleistungen für Familien zu investieren.

Es sei alarmierend, dass in Ländern wie Österreich oder Deutschland jedes zehnte Kind in Armut lebt, betonte Johannes Fenz, Präsident der Föderation der Katholischen Familienverbände in Europa (FAFCE), am Freitag laut einer Meldung der Kathpress. Alle EU-Mitgliedsstaaten sollten unter Rücksichtnahme auf das Kindeswohl für die Vereinbarkeit von Familien- und Erwerbsarbeit sorgen.

Die Kinderarmut ist in den OECD-Ländern nach einer UNICEF-Studie, die von der Europäischen Kommission in Auftrag gegeben wurde, im letzten Jahrzehnt durchschnittlich um 1,4 Prozent gestiegen, am stärksten in Polen (mit 4,3 Prozent). Als arm gilt laut Studie, wer weniger als die Hälfte des Durchschnittseinkommens verdient. Die Studie zeigt einen klaren Zusammenhang zwischen der Höhe der staatlichen Aufwendungen für Familien und der Kinderarmut.

„Die Regierungen der EU-Staaten müssen verbindlicher in ihren Maßnahmen gegen Kinderarmut werden“, hatte FAFCE-Präsident Fenz bereits am Rande einer Sitzung der parlamentarischen Beratungsgruppe „Familie und Schutz des Kindes“ am 15. Februar in Straßburg betont. Ein wichtiger Schritt wäre, so Fenz, wenn jeder Staat zumindest zwei Prozent des nationalen Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Barleistungen für Familien investiert. Im Jahr 2000 lag der EU-Durchschnitt bei 1,4 Prozent, in Österreich bei 2,3.

Auch wenn Österreich jährlich 2,3 Prozent des BIP für Barleistungen für Familien ausgebe (und Deutschland 2,1 Prozent), lebe in beiden Ländern jedes zehnte Kind in relativer Armut, erinnerte Fenz. Dies zeige, dass die Höhe der finanziellen Zuwendung nicht allein entscheidend ist. Wesentliche Faktoren seien der Zugang der Eltern zum Arbeitsmarkt und das Angebot der Kinderbetreuung.

Fenz: „In vielen Regionen Europas fehlen Kinderbetreuungsangebote, die sich an hohe Qualitätskriterien halten und die für alle erschwinglich sind. Die einzelnen nationalen Maßnahmenpakete zur Bekämpfung der Kinderarmut müssen sich daran messen lassen, ob Familien- und Erwerbsarbeit zu vereinbaren sind, ohne dass daraus ein Nachteil für das Kind entsteht“.

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