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Khatami wirft USA aggressive Außenpolitik vor

Der iranische Staatspräsident Mohammad Khatami hat bei seinem Afghanistan-Besuch in Kabul der US-Regierung eine aggressive Außenpolitik vorgeworfen.

Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem afghanischen Präsidenten Hamid Karsai sagte Khatami am Dienstag in Kabul, frühere US-Regierungen hätten stärker das Ziel verfolgt, den Menschen auf der Welt zu helfen, „aber die gegenwärtige Administration hat vor allem seit dem 11. September einen sehr aggressiven Kurs eingeschlagen“. US-Präsident George W. Bush hatte den Iran zusammen mit dem Irak und Nordkorea zu einer „Achse des Bösen“ erklärt.

Gewalt und Aggression brächten auf Dauer nur neuen Unfrieden und Zerstörung hervor. Gerade ein mächtiges Land habe eine besondere Verantwortung für den Weltfrieden. „Kein Land der Welt sollte den Kampf gegen den Terror benutzen, um anderen Ländern die eigenen Ansichten aufzuzwingen“, sagte Khatami.

Khatami betonte, sein Land werde sich nicht in innerafghanische Angelegenheiten einmischen und auch nicht zu einem Zufluchtsort für Terroristen werden. Der Iran habe bereits El-Kaida-Kämpfer, die auf iranischem Gebiet festgenommen worden seien, an ihre Herkunftsländer (Saudiarabien) ausgeliefert. Der Iran hatte die afghanische Nordallianz im Kampf gegen das radikale Taliban-Regime massiv unterstützt. Ungeachtet der scharfen amerikanischen Kritik an der iranischen Führung war Karsai im Februar nach Teheran gereist.

An den Gesprächen zwischen Khatami und Karsai nahm am Dienstag auch der mächtige Gouverneur der Provinz Herat, Ismail Khan, teil. Die USA sehen in diesem ein Werkzeug Teherans zur Destabilisierung der Lage in Afghanistan. Der Iran hat in der Provinzhauptstadt Herat einen Militär als Konsul etabliert. Die USA sind über die sich verschlechternde Sicherheitslage in Afghanistan zunehmend besorgt, wo das Unwesen der Kriegsherren (Warlors) wieder auflebt.

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