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Kennzeichen im Ausland angemeldet: Polizei macht Jagd auf Steuersünder

Vorarlberger, die mit ausländischem Kennzeichen fahren, könnten dafür bald bestraft werden.
Vorarlberger, die mit ausländischem Kennzeichen fahren, könnten dafür bald bestraft werden. ©VOL.AT/Bernd Hofmeister
Feldkirch - In Kürze wird die Finanzpolizei gegen NoVA-Betrüger in Vorarlberg vorgehen. Schwerpunktkon­trollen sind bereits geplant. Schätzungen zufolge sollen rund 15.000 Österreicher ihre Fahrzeuge im Ausland angemeldet haben.

Der Verkehr in Vorarlberg ist international. Autokennzeichen aus Deutschland, Liechtenstein und der Schweiz prägen das Straßenbild – nicht nur im Stau. Am Steuer sitzen aber oftmals Vorarlberger, die ihren Pkw im Ausland angemeldet haben. Sie umgehen dadurch Abgaben, die hierzulande bei der Erstzulassung fällig würden. Denn je nach Verbrauch und Hubraum der Fahrzeuge hätten die Käufer bis zu 20 Prozent des Nettopreises als Normverbrauchsabgabe (NoVA) an den heimischen Fiskus abzuführen. Die Finanzpolizei geht nun hart gegen den NoVA-Betrug vor, es wird streng kontrolliert.

Millionenverluste für Fiskus

„Österreichweit werden Millionenbeträge am Fiskus vorbeigeschleust“, erklärt Franz Füchsl, der bei der Steuer- und Zollkoordination Vorarlberg für die Betrugsbekämpfung zuständig ist. Grenzgänger melden beispielsweise Firmenfahrzeuge an, die gar keine sind. Vor allem Deutsche würden die Abgaben umgehen. „Viele Ostdeutsche leben in Vorarlberg, arbeiten hier oder in der Schweiz, fahren aber noch immer mit ihren alten Kennzeichen durch die Gegend“, prangert der 58-Jährige an. Dabei entscheidet der Hauptwohnsitz beziehungsweise der ständige Lebensmittelpunkt über die NoVA. Zudem werden auch bei Neufahrzeugen, die innerhalb der EU gekauft und nach Vorarlberg gebracht werden, 20 Prozent Mehrwertsteuer fällig. Geld, das sich der Staat zukünftig nicht mehr entgehen lassen will.

Kennzeichen-Kontrollen bald in Vorarlberg

„Die Pilotphase in Kärnten, in der Steiermark und im Burgenland ist abgeschlossen. Es wird nicht mehr lange dauern, dann kontrollieren wir auch gezielt in Vorarlberg“, verdeutlicht Wilfried Lehner, Leiter der Stabsstelle Finanzpolizei im Bundesministerium für Finanzen. Bei den bisherigen Kontrollen konnten bereits 1000 NoVA-Steuersünder überführt und rund zwölf Millionen Euro einkassiert werden. „Dazu hat auch die Rate der vielen Selbstanzeigen beigetragen“, so der 43-Jährige. Schätzungen zufolge fahren bis zu 15.000 Österreicher mit ausländischen Kennzeichen am Auto auf den heimischen Straßen. Im Durchschnitt müssen sie nun mit Strafen in Höhe von 6000 Euro rechnen. Höherwertige Pkw werden höher bestraft. Einem Fahrer eines neuen Maserati könnte dann sogar ein Bußgeld von bis zu 40.000 Euro drohen.

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