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"Keine zugeknöpfte Klavierspielerin"

Es war immer der Traum von Nina Proll, ein Swing-Album aufzunehmen. Mit der Platte hat es noch nicht geklappt, aber zumindest auf der Bühne des Wiener Metropols steht sie nun.

Dort interpretiert die Schauspielerin am Samstag (4. Februar) u.a. Lieder aus den Dreißigern. „Eine Mischung aus Chansons und Stand-Up-Comedy“ erwartet die Besucher, so die 32-Jährige. Für Diskussionen sorgen sexy Bilder, die das Konzert bewerben. „Ich will mich nicht als zugeknöpfte Klavierspielerin präsentieren“, betonte Proll im Gespräch mit der APA.

„Die Fotos im Pin-Up-Stil reflektieren jene Zeit, aus der viele Lieder meines Programmes stammen. Aber sie stehen auch für die Gestaltung des Abends, an dem ich mich zumindest seelisch etwas entblöße“, sagte Proll. „Ich habe ein E-Mail einer Dame bekommen, die mir vorwirft, ich habe mit diesen Bildern den Schwächsten der Welt nicht Gutes getan – den Frauen und den Tieren. Ich finde es allerdings nicht als Schwäche, sich sexy zu zeigen.“

Proll singt neben eigenen Stücken Klassiker wie „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“. Mit solchen Liedern könne sie sich identifizieren, meinte die vielseitige Niederösterreicherin. „Marlene Dietrich war ihrer Zeit voraus. Das Bild, das ich von meiner Großmutter und den Frauen ihrer Generation habe, ist ein anderes als das, was die Dietrich verkörpert. Sie war eine sehr emanzipierte und humorvolle Frau, die selbstbestimmend ihr Leben gestaltet hat. Ihre beeindruckende Persönlichkeit hat mir Mut gegeben. Ich versuche, so wie Dietrich als Künstlerin und Frau meinen eigenen Weg zu gehen.“

Über die Texte aus den Dreißigern und Vierzigern sagte sie: „Männer und Frauen hatten miteinander schon immer die gleichen Probleme. Die Themen sind zeitlos.“ Zwischen den Songs und Chansons erzählt Proll im Metropol „auf humoristische Weise“ über ihren Werdegang. Demnächst werden weitere Kapitel in ihrer Karriere aufgeschlagen. „Kürzlich stand ich mit Anke Engelke vor der Kamera, im April wirke ich wieder in einem Musical mit, im Mai drehe ich eine Fortsetzung von ’Im Zeichen der Reblaus’.“ Dazwischen würde Proll gerne möglichst oft mit ihrem Solo-Programm auftreten.

In Amerika wird mittlerweile fast monatlich ein neuer weibliche Star gehypt – und wieder fallen gelassen. Auch in Europa kommen und gehen die Gesichter. „Wir leben in einer sehr medialen Epoche. Man ist schnell berühmt und noch schneller wieder weg.“ Doch von einem ist Proll überzeugt: „Leute, die ihren Beruf ernst nehmen, halten sich.“

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