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Keine Ergebnisse, aber Verwirrung

Im Dopingskandal gibt es weiterhin keine Ergebnisse der Dopingtests, dafür viele Unklarheiten und Ungereimtheiten. Ein Olympia-Ausschluss ist laut IOC-Vizepräsident Thomas Bach aber kein Thema.

ÖOC-Generalsekretär Heinz Jungwirth hat einen Tag nach der Einsetzung einer internen Untersuchungs-Kommission in einem Interview mit dem “Kurier” bestätigt, dass ein Olympia-Ausschluss Österreichs möglich wäre. Dem hat aber noch Donnerstagabend IOC-Vizepräsident Thomas Bach auf dpa-Anfrage widersprochen. “Über diese Frage hat es nicht einmal eine Diskussion gegeben”, sagte Bach.

“Es hat im Exekutivkomitee des IOC bereits eine Abstimmung gegeben, ob wir rausgeworfen werden sollen. Aber es gibt Gott sei Dank noch Leute, die nicht sofort Hurra schreien, wenn Österreich auf einmal fehlt”, sagt ÖOC-Generalsekretär Heinz Jungwirth u.a. im Interview mit dem “Kurier”. Die Lage sei viel ernster, als es viele im ÖSV glaubten, heißt es an einer anderen Stelle.

Laut Jungwirth habe die WADA von der Anwesenheit Walter Mayers u.a. deshalb erfahren, weil der Österreichische Skiverband ÖSV eine eigene “whereabout”-Liste an die FIS geschickt habe, in der stand, dass der bei der WADA auf der Watchlist stehende Mayer im Quartier, wo später die erste Razzia stattgefunden hat, im 1. Stock untergebracht wird. Es sei kein Wunder, dass sich das IOC verschaukelt fühle, so Jungwirth: “Nach Salt Lake City ist jetzt das gleiche passiert – mit den selben Leuten, mit den selben Geräten.” Das IOC fühle sich extrem provoziert, so der ÖOC-Generalsekretär. Mayer sei wohl das Hirn in der Doping-Sache, es müsse aber auch Hintermänner geben.

Während Jungwirth am Donnerstagabend dazu nicht für eine Stellungnahme erreichbar war, reagierte ÖOC-Präsident Leo Wallner. Er habe mit Jungwirth Kontakt gehabt, vieles sei aus dem Zusammenhang gerissen und nicht so gesagt gewesen”, meinte Wallner im Österreich-Haus. Prinzipiell gebe es eine gute Zusammenarbeit mit dem ÖSV, der auch eine gute Arbeit leiste. “Es gibt derzeit keine Kritik am Skiverband”, sagte Wallner, der ebenfalls bestätigte, dass keine Konsequenzen gegen Österreich vorgesehen seien.

Der WADA-Vorsitzende Dick Pound hatte in einem ZDF-Interview gemeint, es sehe ganz nach einem Fall organisierten Blutdopings aus. Pound tat dabei auch erstaunliche Details des WADA-Besuchs im Jänner im Haus von Mayer in der Ramsau kund. Dort sei ähnliches Equipment wie bereits 2002 und später dann auch in Turin gefunden worden. Wie die WADA in das Haus gekommen war, verriet Pound aber nicht.

Der von Jugwirth wegen einer “Löwingerhaften” Pressekonferenz kritisierte ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel hat unterdessen am Donnerstag dem Staatsanwalt in Turin fünf Stunden lang zur Verfügung gestanden. Rücktrittsgedanke seien absolut kein Thema, hieß es von ÖSV-Seite und alle dazu befragten Trainer und Sportler machten am Donnerstag klar, dass sie voll und ganz hinter ihrem Präsidenten stünden. “Es wäre eine Katastrophe, ich will mir diesen Gedanken nicht einmal vorstellen”, sagte Herrencheftrainer Toni Giger. Er sei wie Schröcksnadel entschiedener Doping-Gegner, er wehre sich aber gegen Pauschalierungen, “wenn schon, dann soll man Sportarten, aber nicht Verbände oder Länder pauschalieren”, so Giger. Er sei sich mit Schröcksnadel in einer Sache absolut einig. “Die Dopingtests gehören intensiviert und ausgebaut. Je mehr getestet wird, umso besser für uns. Umso weiter rutscht Österreich in den Ergebnislisten nach vor, da bin ich mir ganz sicher.”

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