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Keine direkten Verhandlungen

Der Jüdische Weltkongress (WJC) will mit der österreichischen Regierung nicht direkt über eine Entschädigung von Holocaust-Opfern verhandeln.

In einer am Donnerstag in New York veröffentlichten Erklärung wurden aber mittelbare Verhandlungen über Dritte nicht ausgeschlossen. Denkbar seien Kontakte über das Parlament oder Bundespräsident Thomas Klestil, hieß es in jüdischen Kreisen.

Die Entscheidung des WJC wurde weltweit von jüdischen Gruppen unterstützt. Hintergrund der Entscheidung ist die Beteiligung der FPÖ an der Regierung. Nach ihrem Antritt hatte die neue Regierung versprochen, Menschen, die während der Zeit des Nationalsozialismus Zwangs- und Sklavenarbeit leisten mussten, so schnell wie möglich zu entschädigen.

In Österreich lebten vor dem Anschluss an das Deutsche Reich im März 1938 rund 200.000 Juden. Nach Angaben von Rechtsanwälten starben in den folgenden Jahren rund 65.000 Juden, 135.000 konnten fliehen. Damals verfügten die Juden in Österreich nach einem Bericht der US-Regierung aus dem Jahr 1953 über ein Vermögen im heutigen Wert von rund 100 bis 150 Milliarden Schilling.

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