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"Keine Auswirkungen nach Trajkovski-Tod"

Balkan-Experte Vladimir Gligorov erwartet nach dem Tod des mazedonischen Präsidenten Boris Trajkovski keine dramatischen politischen Auswirkungen.

„Es ist natürlich ein Schock, ein tragisches, unglückliches Ereignis. Ich erwarte aber keine dramatischen Effekte“, sagte der am Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche (WIIW) lehrende Gligorov am Freitag der APA.

Im Rahmen der Präsidentschaftswahl, die an sich für Ende 2004 angesetzt war, werde es sicher Kandidaten aus allen Lagern und intensive politische Debatten geben. Bezüglich der Stabilität und Sicherheit im Staat werde dies aber keine große Bedeutung haben. Das Problem des ethnischen Misstrauens zwischen Mazedoniern und Albanern, die sich im Frühjahr und Sommer 2001 blutige Auseinandersetzungen lieferten, sei ein „konstantes Problem“, sagte Gligorov.

Der Präsident habe vor allem beim Ohrid-Friedensvertrag, mit dem die politisch und ethnisch motivierte Auseinandersetzungen zwischen Mazedoniern und Albanern beendet wurden, eine bedeutende Rolle gespielt. Mit dem Abkommen von Ohrid wurde im August 2001 ein sechsmonatiger Aufstand albanischer Rebellen beendet, die mit Gewalt mehr Rechte für Albaner durchsetzen wollten. Von kleineren Zwischenfällen abgesehen, hält die Waffenruhe seitdem weitgehend. Ein politische Instrumentalisierung der Situation nach dem Tod des Präsidenten befürchtet Gligorov nicht.

Der Wissenschafter erinnerte daran, dass Trajkovski just an dem Tag ums Leben kam, an dem der EU-Beitrittsantrag offiziell überreicht werden sollte. „ Die offizielle Überreichung des Antrages zum EU-Beitritt wurde verschoben.

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