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Kein Quargel mehr im Regal

Schwarzach – Die Lebensmittelaufsicht führte gezielte Kontrollen durch. Heimischer Sauerkäse ist unbedenklich.

Die Affäre um den mit Listerien verseuchten Käse einer steirischen Firma hat auch die Lebensmittelaufsicht in Vorarlberg mobilisiert. Bereits vor Bekanntwerden eines weiteren Todesfalls im Zusammenhang mit den Erzeugnissen des Hartberger Herstellers Prolactal wurden im Lebensmittelhandel gezielte Kontrollgänge durchgeführt. „Es sind unseres Wissens nach alle in Frage kommenden Produkte aus den Regalen draußen“, so der Leiter der Lebensmittelkontrolle Dr. Bernhard Zainer gegenüber den VN. Man habe aber auch zwischendurch, also nach der sofortigen Rückholaktion durch das Unternehmen, immer wieder ein Auge auf die Geschäfte gehabt.

Verbindung gegeben

Insgesamt hat der mit Listerien verunreinigte Quargel sieben Menschen das Leben gekostet. Den ersten Fall im heurigen Jahr betrifft einen 57-jährigen Niederösterreicher. Wie die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit vorgestern meldete, kann auch dieses Todesopfer mit dem Quargel der Firma Prolactal in Verbindung gebracht werden. Bei den Produkten geht es Prolactal zufolge um folgende in Österreich bei Spar, Geschäften der Rewe-Gruppe, Hofer und dem gesamten Lebensmittelhandel – ausgenommen Lidl – im Verkauf gewesenen Sorten und Verpackungen: Hartberger Bauernquargel natur 200 g, Hartberger Bauernquargel Paprika 200 g, Hartberger Bauernquargel Paprika 100 g, Hartberger Bauernquargel mit Kümmel 200 g, Steirischer Quargel mit Paprika 125 g, Steirischer Quargel mit Kümmel 125 g, Fastenkäse Klassik 150 g, Fastenkäse Chilli 150 g, Milchkanne Quargel 200 g, Milfina Quargel 200 g.

Konsumentenanfragen

Seit der aus Sauermilch hergestellte Käse in die Schlagzeilen geraten ist, verzeichnet auch die Lebensmittelkontrollbehörde laufend Anfragen von besorgten Konsumenten. Was die Qualität der heimischen Sauerkäsesorten anlangt kann Bernhard Zainer die Abnehmer beruhigen. Deren Herstellung unterliege ständigen Kontrollen. Neben eigenen Qualitätssicherungsmaßnahmen nützen die meisten Produzenten zusätzlich das von der Landwirtschaftskammer angebotene freiwillige Überwachungsprogramm. Bis dato habe es jedenfalls keine Meldungen über bakteriell verunreinigten Ländle-Sauerkäse gegeben, so Zainer, der die Listerien als „Modebakterien“ bezeichnet, weil sie in Wellen auftreten. Vor einigen Jahren gab es in der Schweiz einen ähnlich gelagerten Käseskandal. In Kanada sorgte mit Listerien verseuchtes Sauerkraut für Krankheitsfälle und Todesopfer. Gefährdet durch Listerien sind Schwangere, Säuglinge und alte Menschen, also Personen mit einer geschwächten Immunabwehr.

Keine Billigprodukte

Da Listerien vorwiegend im Erdreich und im Wasser vorkommen, sollte laut Zainer alles, was am und im Boden wächst, immer sauber gewaschen werden. Bei Sauerkäse rät er von Billigprodukten, No-Name-Ware und solcher mit knappem Ablaufdatum ab.

Stichwort Listerien

Listerien sind Bakterien, die beim Menschen schwere Infektionen auslösen können. Die Bakterien sind in der Umwelt weit verbreitet. Normalerweise werden sie von der Pasteurisierung vernichtet. Sie können sich jedoch vermehren, wenn befallene Lebensmittel eingefroren werden. Menschen können sich an befallenem Weichkäse, Fertigsalaten, gekühlten Fertiggerichten oder ungenügend gegartem Fleisch mit den Bakterien infizieren. Die Spezies Listeria Monocytogenes kann die sogenannte Listeriose auslösen. Diese Krankheit befiel ursprünglich überwiegend Rinder, Schweine und Geflügel. Bei Menschen tritt sie selten auf, die Anzahl der Fälle steigt allerdings weltweit. Die Erkrankung äußert sich mit Fieber, Hals- und Bindehautentzündungen, Durchfall und Bauchschmerzen. Diagnostiziert wird eine Infektion mit Hilfe von Blut- und Urintests, eine Therapie erfolgt vor allem mit Antibiotika. Bei frühzeitiger Erkennung ist die Krankheit normalerweise heilbar. Sauermilchkäse: Sauermilchkäse wird aus dickgelegter Milch hergestellt und enthält weniger als 10 Prozent Fett in der Trockenmasse. Hergestellt wird er aus Sauermilchquark (Milch mit Hilfe von Milchsäurebakterien dickgelegt). Er kann auch mit etwas Süßmilchquark gemischt sein. Es gibt Sauermilchkäse mit Rot- oder Gelbschmiere oder Edelschimmel. Die Schmiere besteht aus farbstoffbildenden Bakterien, die dem Käse die Farbe (orange bis rot) und den Geschmack (kräftig, würzig) verleihen. Auch der Edelschimmel trägt zur Reifung des Geschmacks und der Farbe bei. Bekannte Sorten sind Handkäse (Mainzer, Harzer), Hopfenkäse, Korbkäse und Olmützer Quargel.

 

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