Kein Baywatch am Bodensee

Sie ist ein Kind des Wassers und dort ganz in ihrem Element. Da war der Weg zur Wasserrettung für Sandra Wolf praktisch vorgezeichnet.

Einmal abgesehen davon, dass sie damit auch in die nassen Fußstapfen ihres Vaters trat. Inzwischen gehört die junge Frau aus Hohenweiler seit sieben Jahren der Ortsstelle Bregenz an, arbeitet dort als stellvertretende Jugendleiterin und schlägt sich als freiwillige Verstärkung für die Bademeister auch so manches Wochenende im Strandbad um die Ohren.

Belastende Einsätze

Doch nix mit Baywatch bei Sandra Wolf. Legere Shorts statt knappem rotem Badeanzug und Rettungsleine statt dekorativer Boje vor der Brust. Flink und gekonnt entwirrt sie das endlos lange orange Seil. Immer wieder sorgen Knoten für Verwicklungen. „Im Dienst liegt die Leine einsatzbereit neben dem Becken. Da dauert das Ausrollen nicht so lange“, sagt sie entschuldigend. Aber diese Vorführung ist ja nur für den Fotografen und das „Opfer“ zappelt derweil fröhlich im Wasser.

Während des Badedienstes hat die 28-Jährige noch keine brenzligen Situationen erlebt. Wie wohl ihr manchmal schon mulmig wird, wenn sie die jungen Leute so übermütig auf den Steg hinausrennen und kopfüber ins kühle Nass springen sieht. Aber im Großen und Ganzen attestiert Sandra Wolf den Badegästen gute Disziplin. Als Taucherin musste sie hingegen schon öfter Tote aus dem Wasser holen. Solche Einsätze belasten. Aber: „Man ist gut darauf trainiert und vor allem nicht allein“, erzählt sie. Verarbeitet werden solche Erlebnisse dann meist im gemeinsamen Gespräch. Rund einhundert Mitglieder zählt allein die Wasserrettung Bregenz. An Wochenenden und Feiertagen rücken sie auch zum freiwilligen Dienst in die Strandbäder von Bregenz und Lochau aus. Dank Rotationsprinzip trifft es pro Mann und Nase etwa drei Dienste pro Badesaison. Sandra Wolf kommt nur auf einen. Dafür macht sie zusätzlich Boots- und Tauchdienst.

Geschulte Jugendliche

Außerdem tut sie jede Menge für die Jugend. Derzeit sind in der Ortsstelle Bregenz an die sechzig Jugendliche im Alter zwischen 13 und 17 Jahren aktiv. Gemeinsam mit ihrer Kollegin versucht Sandra Wolf, ihnen Einblicke in alle Bereiche der Wasserrettung zu geben. Damit sie mit 18 reif für die Einsatzmannschaften sind. „Das gelingt“, bekräftigt die Wasserretterin vom Bodensee. Stolz ist sie auf die jungen Leute noch aus einem anderen Grund. „Sie sind so gut geschult, dass sie bei einem Notfall beherzt einspringen“, erzählt die junge Frau stolz. Und ist überzeugt, dass man bei der Wasserrettung „auch fürs Leben lernt“.

Eine andere Welt

Was sie persönlich am Wasser fasziniert, kann Sandra Wolf nicht erklären. „Schwimmen ist ein toller Ausgleich zur Schreibtischarbeit“, versucht sie es pragmatisch. Ihre andere große Leidenschaft gehört dem Tauchen. „In einer anderen Welt“ fühlt sich die Anwaltskonzipientin, wenn das Wasser über ihr zusammenschlägt. Selbstredend macht sie auch dort Urlaub, wo es Wasser gibt. „Einfach schön“, schwärmt die Baderatte. Schön, dass manches so einfach ist.

ZUR PERSON

Sandra Wolf

  • Geboren: 8. März 1978 in Bregenz
  • Wohnort: Hohenweiler
  • Familie: ledig
  • Beruf: Anwaltskonzipientin
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