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"Kehraus" im Krankenhaus

Viel werde sie in diesen letzten Tagen nicht mehr ,,zusammenreißen“, meint Dr. Elisabeth König salopp. Stattdessen ist Kehraus im Krankenhaus angesagt.

An der chirurgischen Abteilung des LKH Hohenems herrscht Aufbruchstimmung. Und das in jeder Beziehung. Während die erste Oberärztin gemeinsam mit ihrem Chef, Primar Dr. Dietmar Wohlgenannt, und drei Kolleginnen ans LKH Bregenz übersiedelt, starten Dr. Karl Maksymowizc und Dr. Helmut Skof in Hohenems den Aufbau der Tageschirurgie. ,,Die Patienten müssen sich also keine Gedanken machen. Sie haben auch weiterhin ein Spital“, beruhigt Elisabeth König, die selbst ,,mit einem lachenden und einem weinenden Auge geht“.

Rund 5000 Operationen

Elf Jahre arbeitete sie in Hohenems. Rund 5000 Operationen hat sie in dieser Zeit durchgeführt. Noch mehr zählt für Elisabeth König im Rückblick aber die menschliche Ebene. ,,Zum Schluss waren wir wie eine große Familie“, sagt sie. Vom Techniker bis zum Primar kannten sich alle. Das weinende Auge. Dieses Miteinander würde die junge Frau in Bregenz gerne weiterleben. Und sie ist zuversichtlich. ,,Erste Kontakte mit den künftigen Kollegen zeigten, dass es wirklich so sein könnte“, freut sich König auf die Herausforderung. Das lachende Auge. ,,Chirurgen brauchen neue Aufgaben. Die halten uns fit“, erklärt sie und schiebt die Tür zum Operationssaal ein letztes Mal zu. Symbolhaftes Ende eines Lebensabschnittes.

Erste Chirurgin

Der nächste beginnt, wo sie als frischgebackene Frau Doktor schon einmal angefangen hat, auf der Chirurgie des LKH Bregenz. Nach dem Studium bekam sie dort eine Turnusstelle. Später übersiedelte Elisabeth König, damals noch Lingenhel, ans Krankenhaus Dornbirn, wo sie ihren heutigen Chef kennenlernte. 1997 folgte sie ihm nach Hohenems.

,,Ich habe sehr viel mit ihm im OP gearbeitet“, erzählt sie. Daraus wurde schließlich eine berufliche Leidenschaft und sie die erste Frau im Land, die eine chirurgische Ausbildung machte. ,,Mit Operieren kann man viel gutmachen“, hatte sie festgestellt. Auch das breite Spektrum an Möglichkeiten faszinierte die angehende Medizinerin.

Volle Kraft voraus

Dem Vorgesetzten streut die heutige Oberärztin Rosen. ,,Er war ein hervorragender Lehrer.“ Immer wieder schickte Dietmar Wohlgenannt seine Mitarbeiter ins Ausland. ,,Offen sein für Neues kann man auch in einem kleinen Spital“, will König damit sagen. Es komme nicht auf die Größe an. Für sie zählt nur, dass die Chirurgie menschlich bleibt. Dazu brauche es die gegenseitige Unterstützung. ,,Fachlich und emotional.“ Erwartungen hat Dr. Elisabeth König an ihren künftigen Arbeitsplatz keine. Denn: ,,Ich warte nicht, sondern will mich einbringen als Person mit meinen Fähigkeiten.“ Tatkraft statt frommer Wünsche. Das neue Jahr kann kommen.

ZUR PERSON

OA Dr. Elisabeth König
Geboren: 3. Juni 1965 in Dornbirn
Wohnort: Bregenz, verheiratet
Beruf: Chirurgin
Hobbys: Sport und Musik

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