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Kauen ist schon Verdauen

Wolfurt - Hinter einschlägigen Beschwerden können auch ernsthafte Krankheiten stecken.
Der Vortrag als Video

Nichts, aber auch wirklich gar nichts, geht über eine geregelte Verdauung. Wenn es am „stillen Örtchen“ klappt, ist schon ein wichtiger Teil des menschlichen Wohlbefindens gegeben. Wenn nicht, leiden Betroffene lieber stillschweigend. „Über Verstopfung oder Durchfall wird nicht gerne geredet“, bestätigte Dr. Michael Malin beim Mini Med Studium, in dem dieses Thema offen behandelt wurde. Eine Enttabuisierung ist deshalb wichtig, weil hinter vermeintlich banalen Verdauungsbeschwerden auch ernste Krankheiten stehen können.

Milliarden Zellen am Werk

Der Vortrag unter dem Titel „Kraftvoll in Schwung bleiben“ bewegte die Menschen im wahrsten Sinne des Wortes. Der Cubus in Wolfurt war einmal mehr fast bis auf den letzten Platz gefüllt. Michael Malin, Internist im LKH Feldkirch, befasste sich mit dem oberen Teil des Verdauungstraktes, der vom Mund bis zum Zwölffingerdarm reicht. Seine klare Botschaft: „Eine gute Verdauung beginnt mit dem Kauen.“ Mindestens dreißig Mal sollte ein Speisestück gekaut und dabei gut mit Speichel vermengt werden. Dann geht es durch die Speiseröhre in den Magen, wo sich Säure in die Nahrungsbestandteile mischt und diese so optimal für die weitere Verdauung vorbereitet. Das Zentrum der Verdauung ist der Zwölffingerdarm. „Hier sind Milliarden von Zellen am Werk, die dafür sorgen, dass die Nahrung in kleinste Bausteine zerlegt wird, damit der Organismus die Nährstoffe aufnehmen kann“, erläuterte Dr. Michael Malin den Vorgang.

Zwerchfellbruch häufig Was übrig bleibt, gelangt schließlich in den Dickdarm und wird in Stuhl umgewandelt. Falsche Ernährung, Flüssigkeits- und Bewegungsmangel sowie Stress können jedoch einen zu festen und trockenen Stuhl verursachen und zu unangenehmen Verdauungsbeschwerden führen. Leitsymptome dafür sind u. a. Mundgeruch, Schluckstörungen ohne Schmerzen zu haben, Ausstülpungen in der Speiseröhre, sogenannte Divertikel, Speiseröhrenkrebs und ein Kropf. Solche Erkrankungen werden mittels Magenspiegelung oder Röntgen diagnostiziert. Sehr häufig steckt hinter Verdauungsproblemen ein Bruch des Zwerchfells. „Dabei gelangen Magenanteile in den Brustkorb, was zu Völlegefühl und Sodbrennen führt“, erklärt der Internist. Die Therapie heißt in diesem Fall Gewichtsreduktion, kleine Mahlzeiten, keine Zigaretten und Säureblocker.

Verschiedene Ursachen

Sodbrennen kann allerdings auch Symptom der Refluxerkrankung sein. Etwa 30 Prozent der Bevölkerung leiden darunter, dass der Verschlussmechanismus der Speiseröhre zum Mangen nicht mehr intakt ist. Auch hier sind Abnehmen, der Verzicht auf Alkohol und Nikotin sowie Medikamente erste Therapiewahl. Außerdem sollte man die letzte Mahlzeit nicht zu spät einnehmen und mit hochgestelltem Kopf schlafen, da sich das Sodbrennen im Liegen verstärkt. Pilzinfektionen, Zöliakie, die Unverträglichkeit gegen das Getreideeiweiß Gluten, Herzerkrankungen sowie Zwölffingerdarm- und Magengeschwüre sind ebenfalls Leiden, die das Verdauungssystem beeinträchtigen können. Bei Magengeschwüren gilt es laut Michael Malin vor allem das Vorhandensein des Helicobacter Pylori abzuklären. Ohne antibiotische Behandlung würde das Bakterium nämlich weiter ungehindert im Magen wüten.

 

Der Vortrag als Video:

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