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Katharina Berchtold ist 90 - Herzlichen Glückwunsch!

Hörbranz. Man ist so alt, wie man sich fühlt. Das trifft besonders auf das heutige Geburtstagskind Katharina Berchtold zu, denn als älteste Teilnehmerin am Buschelwettbewerb in Dornbirn zeigte sie, was noch in ihr steckt. Bei den Frauen belegte sie heuer den dritten Rang, eine stolze Leistung. Geboren wurde die Jubilarin in Schwarzenberg, wo sie in einfachen Verhältnissen aufwuchs. Gerne erzählt sie, wie gesund sie ernährt wurde.

Anstatt Süßigkeiten gab es Dörrobst aus Äpfeln, Birnen und Zwetschken – vielleicht auch ein Grund für ihre Rüstigkeit. Spielsachen bastelte der Vater aus Holz, worüber sie und ihre Geschwister sich sehr freuten. „Mein Vater hat uns Kinder schon früh zur Arbeit erzogen. Er hat aber nie gesagt, du musst jetzt das machen, sondern du kannst oder du darfst mir helfen“, erinnert sich die Jubilarin. „Auch Buscheln durfte ich lernen und mein Vater hat mir extra eine kleine Hacke gekauft, auf die ich sehr stolz war.“

Der Ernst des Lebens begann für Katharina mit 13 Jahren. Als Magd war sie von früh bis spät bei einem Großbauern im Dienst. Sieben Jahre, bis sie 21 war, war sie Mädchen für alles im Gasthaus „Adler“ – ohne Krankenkasse, Urlaub oder Mittagspause. Als dann der Krieg begann und Katharinas Brüder eingezogen wurden, war sie ihren Eltern auf dem landwirtschaftlichen Betrieb eine große Hilfe. Nach ihrem Umzug 1948 nach Bregenz, arbeitete die Jubilarin ab 1949 acht Jahre im Akkord auf zwei Webstühlen und 24 Jahre als Musterweberin bei Sannwald. 1954 baute sie mit ihrem Bruder Engelbert ein Haus und lebt seit 1957 in Hörbranz. „Als ich in die Pension kam, ging ich noch 16 Jahre jeden Tag fünf Stunden ins Kloster Alberloch und arbeitete hauptsächlich in der Küche und im Garten.

Am Nachmittag war ich von Montag bis Samstag von 2 bis 6 Uhr in der Gärtnerei im Brandmann. Ich habe, bis ich 79 Jahre alt war, immer gearbeitet“, berichtet die Jubilarin. Nach einer Lungenembolie geht es Frau Berchtold nicht mehr so gut. Nichtsdestotrotz war sie heuer und die letzten Jahre sogar noch auf dem Bödele zum Heidelbeeren pflücken: „Für mich wie ein Tag Urlaub“, meint sie. „Der Garten, die Blumen und meine Weintrauben sind die wichtigste Beschäftigung im Jahr. Das Buscheln ist mein größtes Hobby und Zeitvertreib. Ja, der Buschelwettbewerb ist jedes Jahr ein Pflichttermin für mich. Ich danke dem Herrgott für das lange und gute Leben“, schließt die Jubilarin ihren Lebensbericht.

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