Vorarlberg: Breite Front gegen Zerschlagung der VGKK

Die Vorarlberger Gebietskrankenkasse (VGKK) hat am Mittwoch angesichts der Pläne der Bundesregierung zur Zusammenlegung der Krankenkassen eine Betriebsversammlung abgehalten.
Betriebsversammlung der VGKK
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331 der 431 Beschäftigten beschlossen dabei eine Resolution gegen die Abschaffung der Länderkassen. Sollte die Regierung ihr Vorhaben durchziehen wollen, sei auch ein Streik nicht ausgeschlossen, hieß es.

Am Podium saßen etwa die Präsidenten der Vorarlberger Arbeiterkammer und des ÖGB, Hubert Hämmerle und Norbert Loacker. Aber auch Manfred Brunner (Obmann VGKK) sowie Michael Jonas (Ärztekammer Vorarlberg) und Bernhard Heinzle (Gewerkschaft GPA-djp) sprachen sich vehement gegen die Pläne der Bundesregierung aus. “Die Regierung unternimmt mit ihren Sparplänen einen unerhörten Angriff auf das Gesundheitssystem”, sagte etwa Loacker. Nur mit der Beibehaltung der Budget- und Vertragshoheit könne das gut ausgebaute Gesundheitsnetz in Vorarlberg aufrechterhalten werden.

Zudem wurde festgehalten, dass die Gelder von Vorarlberger Versicherten in Vorarlberg bleiben müssten. “Einen versuchten Kassenraub gab es unter Bundeskanzler Schüssel schon einmal. Wir werden diese billige Kopie auch dieses Mal zu verhindern wissen”, so Loacker. Die Betriebsversammlung sei lediglich der Auftakt zu weiteren Protestmaßnahmen bis hin zu Streiks.

Auch Manuela Auer, Landtagsabgeordnete der SPÖ, springt bei und mahnt in einer Aussendung: “Hände weg von der VGKK!” Sie unterstütze die angekündigten Kampfmaßnahmen von AK Vorarlberg, ÖGB, Ärztekammer und GPA gegen die Regierungspläne.

“Es ist höchste Zeit, dass interveniert wird”

Auer vermutet, dass die Regierung nun, da die letzten wichtigen Wahlen geschlagen wurden, zu den Richtigen “Grauslichkeiten” übergeht. Willi Oss, Betriebsratsvorsitzender der VGKK, warf der Regierung vor, aus den Gebietskrankenekassen “eine Baustelle” machen zu wollen. Es sei höchste Zeit, dagegen zu intervenieren.

“Es geht nicht um den Machterhalt”

Die Regierung spiele ein durchsichtiges Spiel, wenn sie die Gebietskrankenkassen nun zum Feind der Bevölkerung stilisierten, mahnt Manuela Auer: “Für private Versicherer eine großartige Nachricht, für die Versicherten definitiv eine Bedrohung.”

Was bereits feststeht

Transfer der Beitragsanhebung

„Die Vorarlberger Gebietskrankenkasse steht finanziell und strukturell sehr gut da. Ihre Bilanz kann sich in jeder Hinsicht sehen lassen. Ich wehre mich dagegen, ein gut funktionierendes System mutwillig zu zerstören und das Geld der Vorarlberger Versicherten aus dem Land abzuziehen,“ fährt Auer fort.

Was die VGKK will

Die SPÖ-Abgeordnete weist darauf hin, dass Österreich das weltweit effizienteste Krankenkassensystem besitze. Von den Versicherungsbeträgen würden lediglich 2,5 Prozent in den Verwaltungsaufwand gesteckt werden, 97,5 Prozent des Geldes würden in die Gesundheit der Versicherten zurückgeführt. „In keiner Variante könnte eine Zerstörung der Vorarlberger Gebietskrankenkasse ein besseres Ergebnis bringen“, so die Sozialdemokratin.

Solidarität mit der AUVA

Weihnachtsgeld und Co.

Landeshauptmann in Wien

„Jetzt ist es an der Zeit, sich für Vorarlberger Interessen einzusetzen. Der Landeshauptmann muss jetzt Farbe bekennen“, sagt Manuela Auer. Um nähere Auskünfte darüber zu erlangen, ob bzw. wie der Landeshauptmann die Zerschlagung der VGKK zu verhindern gedenkt, kündigt sie eine diesbezügliche Landtagsanfrage an.

Gewerkschaft lädt zum Dialog

Warum jetzt schon Wirbel machen?

Betriebsversammlung bei der VGKK

(APA/Red.)

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