Karzai und Abdullah erwägen Einheitsregierung

Reunion der ehemaligen Weggefährten angedacht
Reunion der ehemaligen Weggefährten angedacht ©APA (epa)
Zwei Monate nach den von Betrugsvorwürfen überschatteten Präsidentschaftswahlen in Afghanistan haben Amtsinhaber Hamid Karzai und sein schärfster Rivale Abdullah Abdullah offenbar über eine Einheitsregierung beraten. Die Wahlbeschwerdekommission und die Unabhängige Wahlkommission verständigten sich über eine mögliche Stichwahl.

Der französische Außenminister Kouchner sagte nach Einzelgesprächen mit Ex-Außenminister Abdullah und Präsident Karzai, dass die beiden zur Ausarbeitung eines “gemeinsamen Programms” bereit seien. Das Verhältnis der Präsidentschaftskandidaten sei “gar nicht so schlecht”. Kouchner bestätigte auch, dass Karzai und Abdullah eine Einheitsregierung erwägen würden. Allerdings bleibe auch die Stichwahl eine Option.

Die US-Regierung machte deutlich, dass die Entsendung weiterer Truppen an den Hindukusch von der Lösung der afghanischen Regierungskrise abhänge. Die USA benötigten einen “glaubwürdigen Partner”, um in dem Land für Sicherheit zu sorgen, sagte der Stabschef im Weißen Haus, Rahm Emanuel, dem Nachrichtensender CNN. Auch der einflussreiche US-Senator und ehemalige Präsidentschaftskandidat John Kerry sprach sich vorerst gegen eine Truppenaufstockung aus.

Wann das offizielle Endergebnis der Präsidentschaftswahl vom 20. August verkündet werden soll, blieb am Wochenende offen. Die Unabhängige Wahlkommission, die als Karzai-freundlich gilt, und die von der UNO unterstützte Beschwerdekommission (ECC) stritten nach Angaben von Regierungsvertretern weiter darüber, ob eine Stichwahl abgehalten werden soll. Karzai hatte bei der Abstimmung nach vorläufigen Ergebnissen rund 55 Prozent der Stimmen erzielt, der frühere Außenminister Abdullah rund 28 Prozent. EU-Beobachter stufen jedoch jede vierte abgegebene Stimme wegen Betrugsvorwürfen als “verdächtig” ein.

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