Karren: Erfolge in luftiger Höhe

Nach 27 Jahren als Geschäftsführer verlässt Mag. Hermann Gabriel die Dornbirner Seilbahngesellschaft. Damit geht die 50-jährige Gabriel-Ära zu Ende, die sein Vater Eugen eingeläutet hatte.

Vor allem die Amtszeit des scheidenden Chefs verlief teilweise recht turbulent, denn sowohl beim Bau der neuen Karrenseilbahn vor gut zehn Jahren als auch bei der Erneuerung der Bödele-Lifte musste die Stadt als Hauptgesellschafterin wohl oder übel mehrere Kostensteigerungen schlucken. Was für gehörigen politischen Stress und viel Kritik am Geschäftsführer sorgte.

Dieser ließ sich allerdings nie aus der Ruhe bringen und verstand es immer, die verantwortlichen Politiker auf seine Seite zu bringen. Seine Zähigkeit war von Erfolg gekrönt, denn in seiner Amtszeit wurden in beide Anlagen rund sieben Millionen Euro investiert. Dass auf dem Karren ein Panoramarestaurant, das Aushängeschild der Bahn, gebaut wurde, war sein Verdienst. „Heute zeigt die Bilanz, dass ich Recht hatte. Beide Anlagen auf dem

Bödele und am Karren laufen bestens, wir können nicht nur die Betriebskosten decken, sondern uns auch an der Rückzahlung der Kredite beteiligen“, rechnet Gabriel vor. Tatsächlich verzeichnet der Karren seit der Neueröffnung vor zehn Jahren im Schnitt 200.000 Beförderungen jährlich, viermal so viel wie vor der Sanierung.

Probleme gibt es trotzdem. Nach wie vor wird in luftiger Höhe heftig gestritten, denn die Auseinandersetzungen um ein Wegnutzungsrecht mit dem Nachbarn vom Kühberg gehen weiter. „Wie viele Prozesse bisher gelaufen sind, weiß ich nicht mehr“, gibt Gabriel zu. „Ich habe viele Schlachten gewonnen, diese aber nicht“, muss der zähe und nicht immer besonders feinfühlige Verhandler Gabriel zugeben. „Wenn ich aber gewartet hätte, bis alles geregelt ist, gäbe es heute keine Karrenbahn“, schwört der streitbare Mann.

3800 Euro pro Fahrt

Dafür muss die Gesellschaft immer wieder tief in die Kasse greifen. „Für jede Fahrt mit einem Entsorgungsfahrzeug, das den Ölabscheider auspumpt, zahlen wir 3800 Euro, weil der Nachbar der Meinung ist, solche Transporte über seinen Grund und Boden nicht gestatten zu müssen.“

Gabriel hat viele Ideen umgesetzt, manche Pläne blieben in der Schublade. So etwa der Bau eines drehbaren Rundrestaurants bei der Bergstation oder eines 30 Meter hohen Aussichtsturms, dessen obere Plattform exakt auf 1000 Meter Seehöhe gelegen wäre. Auf seiner Wunschliste stand auch der Bau einer Sternwarte samt Andockstelle für den Zeppelin.

ZUR PERSON

Hermann Gabriel

  • Geboren: 1946
  • Familie: verheiratet, 5 Kinder
  • Bildungsweg: Welthandelsstudium in Wien
  • Beruf: Leiter Finanzabteilung bei der VOGEWOSI
  • Hobbys: Landwirtschaft, Natur
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