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Karl-Heinz Grassers früheres Lieblingsprojekt siecht dahin

Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser führte einst die "Zukunftsvorsorge“ ein
Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser führte einst die "Zukunftsvorsorge“ ein ©APA -Roland Schlager
Der Vertragsbestand der prämiengeförderten Zukunftsvorsorge ist bereits das 7. Jahr in Folge rückläufig. 2018 war erstmals auch das verwaltete Vermögen rückläufig.

Die prämiengeförderte Zukunftsvorsorge ist 2018 das siebente Jahr in Folge rückläufig gewesen. Der Vertragsbestand sank weiter auf 1,2 Millionen, zum Höchststand 2012 waren es noch 1,64 Mio. gewesen. Das verwaltete Vermögen war im Vorjahr mit -3,7 Prozent zwar erstmals rückläufig, betrug aber immer noch 8,65 Mrd. Euro, geht aus dem Jahresbericht der Finanzmarktaufsicht (FMA) zu dem Sektor hervor. Von den 19 in diesem Bereich tätigen Versicherern haben 2018 noch fünf auch Neuverträge verkauft - und zwar 15.921, was erstmals seit langem ein Plus - von 10 Prozent gegenüber dem Jahr davor - darstellte. Da zugleich knapp über 100.000 Verträge abreiften oder gekündigt wurden, sank der Bestand an PZV-Versicherungsverträgen dennoch zum fünften Mal in Folge. Auch in den nächsten Jahren sei mit einer stark fallenden Vertragszahl zu rechnen, so die FMA am Dienstag.

KAGs verkaufen seit Jahren keine neuen Verträge mehr

Kapitalanlagegesellschaften verkaufen schon seit mehreren Jahre keine neuen Verträge mehr. Zudem ist durch die kurze Laufzeit der Altverträge (zehn Jahre) ein Großteil schon abgereift. Ende 2018 betrug der Bestand bei den KAG nur mehr 8.881 Stück, der Nettomittelzufluss 7,6 Mio. Euro und das verwaltete Vermögen 106 Mio. Euro. Zum Vergleich: Bei den Versicherern machte der Nettomittelzufluss in der PZV 838 Mio. Euro aus, ein Minus von 2,8 Prozent gegenüber 2017. Im Jahr 2020 werden die KAG aus dem PZV-Markt praktisch ganz verschwunden sein, nimmt die FMA an.

2018 hatte die PZV mit minus 2,8 Prozent zum dritten Mal in ihrer Geschichte (nach 2008 und 2011) eine negative Veranlagungsperformance - und dies noch vor Garantie- und anderen Kosten. Das von der FMA für Vergleichszwecke hypothetisch berechnete "stilisierte Benchmark-Portfolio" (30 Prozent österreichische Aktien in Gewichtung ATX sowie 70 Prozent österreichische Bundesanleihen) verlor demgegenüber 3,5 Prozent.

Voriges Jahr waren 1,5 Prozent der PZV-Verträge von Versicherungen und 7,0 Prozent der PZV-Verträge von KAG "ausgestoppt" - es waren also bereits so hohe Veranlagungsverluste aufgelaufen, dass mit den vorhandenen Vermögenswerten am Ende der Laufzeit nur mehr das eingezahlte Kapital verrentet werden kann. Laut FMA heißt das, dass die ertragswirksame Aktienquote am Veranlagungsportfolio unter einem Prozent lag, womit diese Verträge nicht oder kaum mehr an künftigen positiven Entwicklungen der Kapitalmärkte teilnehmen können.

Die staatliche Prämie zur Förderung der PZV-Produkte beträgt seit der 2012 erfolgten Halbierung 4,25 Prozent. Im Vorjahr betrug die höchstmögliche prämienbegünstigte Einzahlung 2.825,60 Euro, das ergab eine Maximalprämie von 120,09 Euro.

(APA

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