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Karibik-Bräune oder noble Blässe?

Stundenlanges "Braten" bei prallem Sonnenschein ist out, gesundes Bräunen hingegen modern. "Es ist nicht mehr in, dunkelbraun zu sein."

“Man weiß, dass man die Rechnung Jahre später bezahlt“, erklärte Jolanta Schmidt von der Kosmetikambulanz der Universitäts-Hautklinik am Wiener AKH der APA. Selbst die Eitelsten müssten sich unter diesem Aspekt vor Sonne schützen.

„Man muss nicht unbedingt braun sein, um im Sommer schön zu sein“, zeigte sich die Medizinerin von einem gesellschaftlichen Umbruch überzeugt. Von bestimmten Gruppen werde eine dunkle Sonnenbräune zwar immer noch untrennbar mit Fitness und Attraktivität verbunden, der gesunde Mittelweg wäre heute aber moderner. Der Druck „Braun um jeden Preis“ sei auf jeden Fall nicht mehr da.

Langfristige Folgen wie Hautkrebs, Zellteilungsstörungen oder DNA-Veränderungen seien früher einfach nicht so bekannt gewesen, meinte Schmidt. Mittlerweile würden viele dank der Aufklärung über die Gefahren vorsichtiger mit der Sonne umgehen. Das Bewusstsein in allen Altersgruppen habe zugenommen.

„Die Wachsamkeit und die Aufmerksamkeit ist sicher besser als früher“, so die Ärztin. Jugendlichen werde der gesunde Umgang mit Sonne bereits als neuer Lebensstil mitgegeben. Aber auch ältere Menschen, die von Karzinom-Vorstufen als Spätfolgen bedroht sind, nehmen verstärkt die Hilfe von Dermatologen in Anspruch.

Sich wegen der Gefahren durch UV-Strahlen in der Wohnung zu verstecken ist wie exzessives Sonnenbaden der falsche Weg. Ein gewisses Maß an Sonne ist laut Schmidt gesund und notwendig für die Vitamin D-Produktion des Körpers. In weiterer Folge seien davon auch die Kalzium-Versorgung und der Knochenbau betroffen, erläuterte die Medizinerin.

Riskante Folgen des Bräunens können durch die heutigen Sonnenschutzcremes außerdem weitgehend verhindert werden, so Schmidt. „Die Mittel sind sicher besser geworden.“ Die Wirkung der UVA- und UVB-Strahlen auf die Haut werde dadurch reduziert und teilweise geblockt.

Wer braun werden will, kann seinen Liegestuhl übrigens getrost im Schatten positionieren. Selbst unter dem Sonnenschirm lasse sich eine „gesunde Farbe“ nicht vermeiden, meinte die Medizinerin. Wasser und Sand würden die Strahlen reflektieren. Hellhäutige Menschen, denen die natürliche Bräune nicht genüge, könnten zudem mit harmlosen Selbstbräunern nachhelfen.

Sonnenbänken und der Vorbräunung im Solarium stünden Dermatologen ein „bisschen kritisch“ gegenüber, meinte Schmidt. Will man empfindliche Haut tatsächlich auf Sonnenstrahlen vorbereiten, seien Spezialtherapien in Spitälern mit individuell abgestimmten Behandlungen empfehlenswert.

Jeder können seine Haut zudem selbst stärken: Bei den ersten Bädern in der Sonne einfach Cremen mit einem sehr hohen Lichtschutzfaktor verwenden, bis der Körper genug Eigenschutz aufgebaut hat, rät die Ärztin. Hellhäutige Menschen sollten dabei durchaus mit Faktor 40 beginnen. An Hautstellen mit starken Pigmenten oder Muttermalen seien den ganzen Sommer Produkte mit Lichtschutzfaktor 50 notwendig.

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