AA

Karachi: Alarmbereitschaft nach Anschlag

Einen Tag nach einem Selbstmordanschlag in Karatschi haben die pakistanischen Behörden am Mittwoch die Sicherheitsvorkehrungen aus Angst vor neuer Gewalt deutlich erhöht.

Bei dem Attentat auf sunnitische Moslems während einer Feier zum Geburtstag des Propheten Mohammed waren bis zu 57 Menschen ums Leben gekommen. Die Sunniten-Organisation Sunni Tehrik drohte mit Protesten, falls die Drahtzieher nicht binnen 48 Stunden gefasst und dann gehängt würden.

Bisher bekannte sich niemand zu der Tat. „Die moslemischen Gotteskrieger kämpfen radikal gegen Präsident Pervez Musharraf, also könnten sie beteiligt sein“, sagte der Sprecher der Provinzregierung, Salahuddin Haider. Dazu würde passen, dass es sich um ein Selbstmordattentat handelte. Haider zufolge kommen aber auch ethnische Rebellen aus dem Südwesten Pakistans in Frage. Für eine Beteiligung afghanischer oder indischer Gruppen gebe es keine Beweise.

Der Sprecher gab die Totenzahl mit mindestens 57 an. Die Polizei sprach nur von 46 Opfern. Unter den Toten befanden sich auch zwei Führer der gemäßigten sunnitischen Organisation Sunni Tehrik. Informationsminister Sheikh Rashid Ahmed sagte, Ziel des Attentats sei es gewesen, die Führungsebene der Gruppe auszuschalten. Etwa 100 Menschen hatten Verletzungen erlitten.

Das Attentat ereignete sich am Dienstagabend mitten unter 15.000 Sunniten in einem Park. Die Explosion schien auch auf die Bühne gerichtet gewesen zu sein, auf der Führer der Sunniten-Organisation Jammat-e-Ahle Sunnat standen. Sie hat hunderttausende Anhänger, was die Sorge vor Racheakten nährte. Die Trauerfeier für einen der getöteten Sunniten-Führer mit rund 3000 Teilnehmern am Mittwoch verlief indessen friedlich, genauso wie Demonstrationen in anderen Teilen Pakistans.

In Karatschi patrouillierten Soldaten auf den weitgehend leeren Straßen. Fast alle Tankstellen blieben aus Angst vor Sprengstoffanschlägen geschlossen. Die Behörden baten Filialen ausländischer Schnellrestaurant-Ketten, an diesem Tag nicht zu öffnen. Nach dem Anschlag war es zu gewalttätigen Übergriffen gekommen.

Die Hafenstadt war in den vergangenen zwei Jahrzehnten immer wieder Schauplatz von Auseinandersetzungen zwischen Anhängern der sunnitischen und der schiitischen Richtung des Islams. Präsident Musharraf ist einer der wichtigsten Verbündeten der US-Regierung in dem von ihr ausgerufenen „Krieg gegen den Terror“.

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Welt
  • Karachi: Alarmbereitschaft nach Anschlag
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen