Kanada: Benimm-Buch für Einwanderer

Obwohl unter den 1300 Einwohnern von Hérouxville in der kanadischen Provinz Québec kein einziger Einwanderer ist, hat der Gemenderat der Ortschaft ein Benimm-Buch für Immigranten herausgegeben.

Wie die Zeitungen in Québec am Samstag berichteten, verweist das Buch darauf, dass es auf dem Territorium von Hérouxville verboten sei, Frauen zu steinigen, mit Säure zu verbrennen oder zu beschneiden. Zudem müssten Frauen in dem Ort unverschleiert herumlaufen. Alkoholtrinken sei erlaubt; Männer und Frauen hätten das Recht, gemeinsam schwimmen zu gehen. „Wir sehen Frauen und Männer als gleichbereichtigt an“, heißt es in dem Regelwerk.

Der Verfasser des Benimm-Buches, das Gemeinderatsmitglied André Drouin, sagte der Zeitung „La Presse“ auf die Frage, ob er keine Rassismus-Vorwürfe fürchte: „Wir sind keine Rassisten, wir erklären unsere Kultur.“ Im Sender Radio-Canada sagte Drouin, den Einwanderern solle nur erklärt werden, „wie es hier funktioniert“. In Québec wird derzeit darüber diskutiert, wie weit die Mehrheitsbevölkerung den Minderheiten entgegen kommen muss. Im vergangenen Jahr war eine Schule in Montréal gerügt worden, weil sie moslemischen Studenten keinen Gebetraum zur Verfügung stellte. Ausnahmen gelten etwa auch für Sikhs, die im Hafen von Montréal arbeiten: Sie müssen keinen Helm tragen.

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