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Kampf gegen Temelin

Sektionschef Streeruwitz berichtete beim Temelin-Gipfel über den Stand des „Melker Prozesses". Dieser habe zu einer „Intensivierung des Informationsaustausches" geführt.

Meldungen über Störfälle im AKW Temelin würden heute „frühzeitig” erfolgen, insgesamt gebe es dort in letzter Zeit auch weniger Zwischenfälle.

In einem Punkt ließ Streeruwitz aber keinen Zweifel: „Die tschechische Seite hat uns mitgeteilt, dass man nicht bereit sei, in ein Gespräch über den Ausstieg aus der Atomenergie einzutreten”.

Dana Kuchtova von der Organisation „Südböhmische Mütter gegen Atomgefahr” informierte beim Gipfel in Linz, dass es seit kurzem ein Konzept des tschechischen Umweltministeriums für den Ausstieg aus der Atomenergie gebe, allerdings mit einem Zeitrahmen von 20 Jahren. „Das ist uns zu lang”, sagte Kuchtova.

Mathilda Halla von der OÖ. Plattform gegen Atomgefahr zeigte sich neuerlich skeptisch zur „Melker Vereinbarung”, diese sei „das Papier nicht wert, auf dem sie steht”. Ziel müsse nach wie vor die Stilllegung von Temelin sein, sie halte dies für durchaus realistisch, meinte Halla, „aber wir müssen alle gemeinsam Druck machen”. Das gelte im besonderen für die österreichische Bundesregierung in Richtung Prag. „Es darf keinen kommerziellen Betrieb von Temelin geben”, forderte Halla.

Der VP-Landtagsabgeordnete und Obmann des Österreichisch Tschechischen Anti Atom Komitees, Otto Gumpinger, bezeichnete die bisherigen Ergebnisse des „Melker Prozesses” als „nicht beruhigend”. Es habe zwar erste technische Verbesserungen in Temelin gegeben, aber „die tschechische Seite hat bisher nicht den Nachweis erbracht, dass Temelin EU-Standard hat”. Er sehe die Gefahr, dass der kommerzielle Betrieb in Temelin noch heuer aufgenommen werde, obwohl die Umsetzung der Melker Vereinbarungen noch nicht abgeschlossen sei, so Gumpinger.

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