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Kamerun: Präsidentenwahl überschattet

Die Bürger im westafrikanischen Kamerun waren am Montag zur Wahl eines Präsidenten aufgerufen, die allerdings von Manipulationsvorwürfen überschattet war. Beobachter rechneten mit einem Sieg von Amtsinhaber Paul Biya.

Nach Ansicht von Kritikern waren jedoch mehr als ein Drittel der Wahlzettel gefälscht und die zwölf Gegenkandidaten Biyas daher von vornherein chancenlos. Der Staatschef hatte bei der letzten Wahl vor sieben Jahren 91 Prozent der abgegebenen Stimmen erhalten. Wahlberechtigt waren nach jüngsten Angaben zwischen 3,5 und vier Millionen Bürger.

Biya ist seit 1982 an der Macht und gewann zehn Jahre später die erste Präsidentenwahl des Landes, bei der mehrere Parteien zugelassen waren. Die Abstimmung wurde jedoch weltweit als unfair kritisiert. Für die diesjährige Wahl haben Großbritannien, Japan und Kanada den 23.000 Wahllokalen durchsichtige Urnen zur Verfügung gestellt; zahlreiche internationale Beobachter überwachen die Abstimmung. Seit der Unabhängigkeit des Landes habe es noch keine einzige faire Wahl in Kamerun gegeben, kritisierte Christian Tumi, der Erzbischof der Stadt Douala.

Die Wahllokale sollten von 09.00 bis 19.00 MESZ geöffnet sein. In der Hauptstadt Yaounde lief die Abstimmung nur schleppend an, in einigen Wahllokalen waren am Vormittag noch immer keine Urnen ausgeliefert. Endgültige Ergebnisse werden innerhalb der nächsten beiden Wochen erwartet.

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