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Kambodschas König dankt überraschend ab

Der kambodschanische König Norodom Sihanouk hat überraschend seinen Rückzug vom Thron angekündigt. In einem Brief forderte der 81-Jährige die Einberufung des Thronrates, um einen Nachfolger zu bestimmen.

Politiker und Diplomaten zeigten sich besorgt über die Zukunft des Landes. Alle großen Parteien appellierten an den Monarchen, die Folgen des angekündigten Schrittes nochmals zu überdenken. Eine Sprecherin der US-Botschaft sagte, die US-Regierung hoffe, dass ein Wechsel an der Spitze des Staates friedlich verlaufen würde.

Der König, der neben Religion und Nation eine der drei Säulen des kambodschanischen Staates ist, wird nach der Verfassung auf Lebenszeit gewählt. Die Thronfolge nicht erblich geregelt. Bisher gibt es keinen Favoriten für Sihanouks Nachfolge in der königlichen Familie. Dessen Sohn Prinz Norodom Ranariddh hat bereits angekündigt, für eine Nachfolge nicht zur Verfügung zu stehen. Der Prinz will als Vorsitzender der Nationalversammlung in der Politik bleiben.

Sihanouk hatte bereits in der Vergangenheit mehrfach angedeutet, dass er sich zu alt und zu krank fühle, um Staatsoberhaupt zu sein. In dem Brief, der von Prinz Norodom Ranariddh verlesen wurde, heißt es: „Ich habe euch bereits über meinen Gesundheitszustand berichtet (…). Bitte erlaubt mir, abzudanken.“ Der Thronrat solle einen Nachfolger bestimmen, „der vom Volk der Khmer gemocht und gewünscht wird“, bat der 81-Jährige in dem Schreiben.

Der König hatte sich in den vergangenen Monaten zur medizinischen Behandlung in Peking aufgehalten. Er hat bereits zwei Schlaganfälle hinter sich und leidet an Darmkrebs, Diabetes und Bluthochdruck. Seine für Donnerstag geplante Rückkehr nach Kambodscha wurde auf unbestimmte Zeit verschoben.

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