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Kalifornien: Sechs Tote durch Schlammlawine

In Südkalifornien ist die Zahl der Todesopfer nach einer Schlammkatastrophe auf sechs gestiegen. Rund 14 Menschen konnten sich seit Donnerstag in Sicherheit bringen.

Am Freitag wurde die intensive Suche nach Überlebenden in den stellenweise meterhohen Schlamm- und Schuttmassen fortgesetzt. Bis zu 20 Menschen, darunter zahlreiche Kinder, wurden nach US- Medienberichten in dem betroffenen Gebiet vermisst. Die Schlammlawinen waren am Donnerstagabend nach heftigen Regenfällen in den San Bernardino Bergen, rund 130 Kilometer östlich von Los Angeles, abgegangen.

Nach Angaben eines Polizeisprechers gehören neun Kinder im Alter von sechs Monaten bis zu 16 Jahren zu einer Gruppe, die in einem christlichen Ferienlager die Weihnachtstage verbrachten. Bei den Vermissten soll es sich um Verwandte und Freunde des Leiters des Hütten- und Zeltplatzes handeln. Weitere Opfer wurden in einer Wohnwagensiedlung in einem benachbarten Tal gefunden.

Rund 14 Menschen konnten sich seit Donnerstagabend vor den Schlammmassen in Sicherheit bringen. „Wir hoffen noch weitere Überlebende zu finden“, sagte Tracey Martinez, Sprecherin der Feuerwehr in Bernardino County. Polizeisprecher Chip Patterson verglich den Einsatz von über 75 Helfern mit der Suche von Lawinenopfern. Mit langen Stöcken werde der bis zu vier Meter tiefe Schlamm abgesucht. Helfer brauchten fast zwei Stunden, um einen von Baumstämmen eingeklemmten Mann zu befreien, der bis zur Brust im Schlamm steckte.

Eingestürzte Brücken und verschüttete Straßen erschwerten die Rettungsarbeiten. Die ungewöhnlich heftigen Regenfälle hatten in dem Waldgebiet breite Bodenflächen mit großen Bäumen und Felsbrocken ins Rutschen gebracht. Die Region war im Oktober von schweren Waldbränden heimgesucht worden. Bäume und Wurzelwerk, das den Waldboden normalerweise hält, waren dabei abgebrannt. Vier Menschen waren damals gestorben.

Der von den Bränden verursachte Kahlschlag erwies sich nun erneut als katastrophal: Heftige Regenfälle schwemmten Schlamm und Geröll die Berge hinunter, diese verwandelten sich auf ihrem ungebremsten Weg ins Tal in gewaltige Lawinen.

Tracey Martinez zufolge „blieb den Leuten kaum Zeit zu fliehen“. Die Schlammlawine sei plötzlich und ohne Vorwarnung gekommen, sagte die Sprecherin der Feuerwehr. Mehrere Straßen wurden überschwemmt, mindestens zwei Häuser von den Schlammmassen mitgerissen. Die Feuerwehr von San Bernardino befürchtete, dass zumindest die Bewohner eines der Häuser mit fortgerissen wurden.

Allein am Donnerstag waren nach Angaben der Wetterdienste 7,6 Zentimeter Regen gefallen. Auch in anderen Regionen Südkaliforniens wurden nach der ersten verregneten Weihnacht seit zwanzig Jahren Erdrutsche gemeldet

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