Kälbertransporte: VgT bringt Anzeigen ein

©VgT
Nach der Aufdeckung der Kälbertransporte von Bergheim nach Spanien bringt der Verein gegen Tierfabriken (VgT) Anzeigen gegen das Veterinäramt sowie den zuständigen Amtstierarzt der Stadt Salzburg ein.
Illegale Kälbertransporte aufgedeckt

Der vom VGT dokumentierte Kälbertransport von Bergheim nach Vic in Spanien war – inklusive der Be- und Entladezeiten – rund 22 Stunden unterwegs. Dies ist eine Überschreitung der maximalen Transportdauer von Saugkälbern: nur 19 Stunden sind höchstens erlaubt. Anhand der vorliegenden Route und der Geschwindigkeitsbeschränkungen laut den Straßenverkehrsordnungen sei eine reine Fahrtzeit von 19 Stunden schon allein rechnerisch nicht möglich. Entgegen der Aussagen des Amtsierarztes gegenüber Medien, schließt die „Beförderungszeit“ laut der EU-Tiertransportverordnung das Be- und Entladen mit ein.

Pause am Seitenstreifen

Viel schwerwiegender sei der Vorwurf der Tierquälerei: Der VGT konnte dokumentieren, wie der Kälbertransporter, statt eine offizielle Versorgungsstation für Tiertransporte anzufahren, eine Pause am Seitenstreifen der Autobahn einlegte. Laut dem Amtstierarzt gehe das in Ordnung, da die jungen Saugkälber Trinknippel und Wasserversorgung zur Verfügung hätten.

Experten und das offizielle „Handbuch Tiertransporte“ des Bundesministeriums für Gesundheit halten dagegen: „Nur Fahrzeuge, die mit Eimern und verformbaren Saugern ausgestattet sind, sollten als zweckmäßig gelten.“ Eine reine Wasserversorgung ist ebenfalls als unzureichend ausgewiesen: „Vor oder während des Transports sollte die zuständige Behörde systematisch untersuchen, welche Vorkehrungen getroffen wurden, damit sichergestellt ist, dass die Tiere in den Ruhepausen Elektrolytlösungen oder Milchaustauscher erhalten.“

“Sprechen nicht von Lapalien”

Der VGT erstattete Anzeige gegen den zuständigen Amtstierarzt. „Wenn hier systematisch Gesetze verbogen und die Augen bei offensichtlichen Übertretungen zugedrückt werden, dann leiden nicht nur die Tiere. Es ist in dem Fall sogar zu vermuten, dass den marktbeteiligten Unternehmen wissentlich ein ungerechtfertigter Vorteil verschafft wurde,“ erklärt VGT-Kampagnenleiter Tobias Giesinger. „Wir sprechen hier nicht von Lappalien, sondern von Straftaten, die – wenn sie sich bestätigen – mitunter zu mehrjährigen Haftstrafen führen können.“

„Die Amtstierärzte tragen eine große Verantwortung. Sie sind das letzte und wichtigste Kontrollorgan für die Einhaltung der Tierschutzgesetze und -verordnungen. Sie können sich nicht einfach persönliche Gesetzesinterpretationen erlauben – sie müssen dafür sorgen, dass die Gesetze so, wie sie gelten sollen, auch eingehalten werden. Die illegalen Transporte müssen abgestellt werden und zwar sofort. Die Tiere haben lange genug gelitten!“, so Giesinger

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