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Juventus vor Zerreißprobe

Juventus Turin hat am Sonntag seinen 29. Fußball-Meistertitel geholt. Die Titelverteidigung steht allerdings unter dem Eindruck des jüngsten Korruptionsskandals. Der Hauptverdächtige ist am Sonntag zurückgetreten.

Sogar die Aberkennung des “Scudetto” sowie der Zwangsabstieg der “Alten Dame” stehen im Raum. Die Aberkennung der letzten beiden Meistertitel, der Zwangsabstieg und der Ausschluss aus der Champions League würde dem neuen alten Meister nach Schätzungen von Finanzexperten über 300 Millionen Euro kosten. In Turin geht jedenfalls eine Ära zu Ende, der einst so mächtige Klub steht vor einer Zerreißprobe.

“Die haben uns und 40 Millionen Italiener verarscht”, schimpfte Inter Mailands Trainer Roberto Mancini. “Dies ist ein Skandal ohne Gleichen, dagegen war der Wettskandal in den 80er Jahren ein Lausbubenstreich”, klagte Italiens IOC-Mitglied Mario Pescante. Man empfinde “tiefen Ekel” über den Fußballskandal, ließ sogar der Vatikan in ungewohnt scharfen Worten durch seine Zeitung “L’Osservatore Romano” verlauten. “Addio, du hässlichste Liga der Welt”, schrieb “La Repubblica” am Montag, an dem Juve-Manager Luciano Moggi als mutmaßlicher Kopf einer Fußball-Mafia erstmals verhört wurde. Die fünf ermittelnden Staatsanwaltschaften weiteten ihre Ermittlungen mittlerweile auch auf die Saison 2000 aus.

Moggi wird eine systematische Manipulation der Fußball-Meisterschaft 2004/2005 zu Gunsten des italienischen Rekordmeisters vorgeworfen. Vor allem mit Hilfe korrupter Schiedsrichter soll der 68-Jährige die Liga beeinflusst haben. Moggi hat unmittelbar nach dem Gewinn des “Scudetto” seinen Rücktritt erklärt. Den ehemaligen Schiedsrichter-Koordinatoren Paolo Bergamo und Luigi Pairetto soll Moggi vorgeschrieben haben, welcher Schiedsrichter die Juve-Spiele pfeift. Dazu sollen die beiden Koordinatoren sogar die öffentliche Ziehung manipuliert haben. Einige Schiedsrichter sollen Anweisungen bekommen haben, welche Spieler sie mit gelben Karten gezielt für die nächsten Partien außer Gefecht setzen sollten. So soll Moggi die nächsten Juve-Gegner geschwächt haben. Zu den verdächtigten Schiedsrichtern zählt auch der zunächst für die WM nominierte und jetzt vom italienischen Fußballverband zurückgezogene Massimo De Santis.

Auch offene Gewalt und Drohungen gehörten anscheinend zu Moggis Repertoire: Schiedsrichter Gianluca Paparesta sperrte Moggi nach Juves 1:2-Niederlage bei Reggina Calcio in der vergangenen Saison wutentbrannt in der Kabine ein. Der Unparteiische war Moggi wohl zu unparteiisch gewesen. Den Schlüssel der Kabine habe er dann weggeworfen, erzählte Moggi in einem Telefongespräch, dass die Fahnder aufzeichneten.

Regelmäßig soll Moggi auch bei Spielertransfers seine Finger im Spiel gehabt haben. Seine Machtposition als Manager des Rekordmeisters soll Moggi ausgenutzt haben, um der Spielervermittlung seines Sohnes Alessandro Mandanten zu verschaffen. Mit Hilfe seiner engen Kontakte zum zurückgetretenen FIGC-Vize-Präsidenten Innocenzo Mazzini soll Moggi auch bei der Vergabe wichtiger Posten im Verband und in der Liga Einfluss genommen haben.

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