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Junge Verirrte

„Genug ist genug“ sagte Theresa May am Pfingstsonntag und will durchgreifen. Mit Polizei (?). „Genug ist nicht genug, schon Schweigen ist Betrug“ sang Konstantin Wecker noch 1977 „gegen den Wind“. „Mehr, mehr“, befehlen die Konzerne, dahinter blöken Millionen gezüchteter Konsumschafe & Aktionäre ebenso. Jetzt scheren Junge aus und terrorisieren ihr Nest, den bösen Westen, in Wut, Hass und Gewalt. Von der Konsumgesellschaft vergessen, sozial abgehängt, vom IS verseucht haben sich Jugendliche verirrt und sind zu Terroristen geworden. In unserer Kultur weist das auf ein schwerwiegendes Versagen hin, das nicht allein dem IS angelastet werden kann. Wie konnten WIR diese Entwicklung zulassen?

„Was meint ihr? Wenn ein Mensch hundert Schafe hätte und eins von ihnen sich verirrte, lässt er nicht die neunundneunzig auf den Bergen und geht hin und sucht das irrende? Und wenn es geschieht, dass er es findet, wahrlich, ich sage euch, er freut sich mehr über dieses als über die neunundneunzig, die nicht verirrt sind. (Matthäus 18, 12 -13). Die Vernachlässigung der Heranwachsenden ist Faktum und damit Schandmal aller Religionen, auch des Islam. Islam ist nicht teilbar. Die Religion des Friedens und der Gerechtigkeit lässt junge Moslems im Namen Allahs morden. Bleibt ihnen im Islam nur die Mörderrolle? Im Namen des Allgütigen, des Allbarmherzigen? Wo ist der öffentliche Protest und die aktive Abgrenzung unserer Muslime? Was unternehmen sie gegen den IS?

Der Terror ist aber ebenso Schande des pervertierten Kapitalismus &  verantwortungsloser Profiteure. Gewinnmaximierung hat den Lebenssinn in Sonderangebote verpackt, einseitigen Reichtum geschaffen; er zerstört die Umwelt, reduziert die Lebensräume, schafft Gier in jungen Köpfen, dann Scheitern und Sinnlosigkeit. Unter den Augen der Berufspolitik wurde die soziale Frage gelöscht. Eine Riesenschande! Das sind VolksvertreterInnen? Ihr soziales Versagen wurde das Europas. Wie man sich bettet, so liegt man. „Primum vivere deinde philosophare“ heißt es. Primum vivere (zuerst leben) gilt für immer größere Teile der Gesellschaft nicht, die Moral kippt.

Wie ein ohnmächtiges Theaterpublikum sehen WIR den sinnentleerten und selbstzerstörerischen Mechanismen der kapitalistischen Warengesellschaft tagtäglich zu. Brechts Oper MAHAGONNY (1932) wirkt da wie für die heutige Zeit geschrieben. „Wir leben in einer Welt, die von der Wirtschaft und dem Wunsch nach Profit dominiert wird. Das gilt sowohl für die äußere Welt als auch für das Privatleben. Der Egoismus des Menschen hat zugenommen, er setzt sich immer weiter ins Zentrum. Das gilt für die gesamte Gesellschaft. Nun spüren wir die Folgen …“ (Jérôme Deschamps, Regisseur Mahagonny Staatsoper Wien).

 

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