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"Jugendliche brauchen Vertrauen"

Götzis - Ein Leben mit Süchten. Das führt seit einigen Monaten Mag. Andreas Prenn. "Wenn ich eine Packung Gummibärle in meiner Nähe habe, dann lasse ich nicht davon ab, bis die Packung leer ist.“

Der gelernte AHS-Lehrer wäre froh, er hätte es in seinem Job lediglich mit Gummibärle-Abhängigen zu tun. Die Wahrheit ist: Prenn und seine sieben Mitarbeiter von SUPRO, der Werkstatt für Suchtprophylaxe, führen einen Kampf gegen eine Vielzahl von Süchten. Zu ihren Kundschaften gehören

vor allem Jugendliche. Natürlich sehen Prenn und Kollegen ihre Arbeit vor allem darin, Jugendliche erst gar nicht in Abhängigkeiten schlittern zu sehen. Nicht umsonst steckt im Kürzel SUPRO das Wort Prophylaxe.

Handballtrainer

Ein Helfersyndrom dürfe man bei seiner Arbeit jedoch nicht haben, macht Prenn klar. „Weil wenn du das hast, bist du selber mit einem Problem behaftet. Und erwischt dich der Klient an deinem schwachen Punkt, löst das Prozesse aus, die eine seriöse Arbeit verunmöglichen.“ Prenn nennt es die Fähigkeit, „sich in Jugendliche hineinzuversetzen. Die ist notwendig, ja. Dann kannst du auch professionell arbeiten.“ Professionell mit Jugendlichen arbeitet der zweifache Familienvater schon lange. Nicht nur war er AHS-Lehrer am Sportgymnasium in Dornbirn. Prenn trat vor allem auch als Handballtrainer, u. a. der Schoren-Damen, in Erscheinuing.

Kontinuität

Schließlich befasste sich der Rankweiler auch intensiv mit Erlebnispädagogik, gab als einschlägiger Experte Kurse in zahlreichen Schulen des Landes. „Ich bin ein Teamspieler“, sagt Prenn über Prenn. „Ein Teamspieler allerdings, der seine individuellen Züge trägt. Als Individualist bringe ich mich auch in ein Team ein.“ Als kurzfristiger „Wunderwuzzi“ hatte Prenn nie Erfolg. „Das hat man bei der Handball-Jugendnationalmannschaft gesehen. Die Spieler sah ich zu wenig, um etwas aufbauen zu können.“ Erfolg hatte er dann, wenn er kontinuierlich etwas aufbauen konnte. Das bewies er als Coach diverser Vereinsteams.

Die SUPRO bedeutet für Prenn eine neue berufliche Herausforderung. Die Beschäftigung mit den Schattenseiten von Jugendlichen. An den Prinzipien des Umgangs mit jungen Menschen ändert das für den Pädagogen nichts. „Vertrauen geben, begleitend helfen, eine Vorbildfunktion in Bezug auf Verantwortung einnehmen. Nur so kannst du Jugendlichen helfen, eigenständige Persönlichkeiten zu werden.“

ZUR PERSON

Geboren: 27. 2. 1962
Wohnhaft: Rankweil
Familienstand: Verheiratet, zwei kleine Söhne
Beruf: Pädagoge
Hobbys: Lesen, Reisen
Lieblingsspeise: Indisch

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