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Jüngerer Bruder von US-Präsident Trump verstorben

Robert und Donald 2016 nach der Wahl
Robert und Donald 2016 nach der Wahl ©APA (GETTY)
Robert Trump ist tot. "Schweren Herzens teile ich mit, dass mein wunderbarer Bruder Robert heute Abend friedlich gestorben ist." - Heftige Ausschreitungen zwischen rechten und linken Gruppen in USA.

"Er war nicht nur mein Bruder, er war mein bester Freund. Er wird sehr vermisst werden, aber wir werden uns wiedersehen."

Robert Trump wäre am 26. August 72 Jahre alt geworden, wie die "Washington Post" und der Sender Fox News berichteten. Donald Trump hatte sich am Freitag besorgt über den Gesundheitszustand seines jüngeren Bruders geäußert und berichtet, dass dieser im Krankenhaus sei. Anschließend hatte Trump getwittert, ihn in New York besucht zu haben. Einzelheiten zur Erkrankung teilte das Weiße Haus auch am Samstag nicht mit. Robert Trump soll bereits seit mehreren Monaten krank gewesen sein, wie die "New York Times" und der Sender CNN berichteten.

"Robert, ich liebe dich. Ruhe in Frieden"

Wenige Stunden vor dem Bekanntwerden des Todes von Robert Trump hatte der US-Präsident in Bedminster (New Jersey) noch eine ausführliche Pressekonferenz gegeben, in der es unter anderem um die Corona-Pandemie und den sich zuspitzenden Streit um die Briefwahl bei den US-Wahlen im November ging. Zum Gesundheitszustand seines Bruders hatte er sich nicht geäußert. Die Beziehung zwischen den Brüdern galt als sehr gut. "Robert, ich liebe dich", erklärte der 74 Jahre alte Präsident am Abend. "Ruhe in Frieden."

Trump befindet sich mitten im Wahlkampf - für kommende Woche sind parallel zum Parteitag der gegnerischen Demokraten mehrere Auftritte des Republikaners in verschiedenen US-Staaten geplant. Ob sich der Todesfall darauf auswirken würde, war zunächst unklar. Trump will unter anderem am Donnerstag unweit des Geburtsortes seines Rivalen Joe Biden in Pennsylvania auftreten. Die US-Wahl findet am 3. November, also in rund 80 Tagen, statt.

Robert Trump war früher als Manager in der Unternehmensgruppe seines Bruders tätig. 2016 sagte er während des Wahlkampfes in einem Interview, er unterstütze seinen Bruder zu 1.000 Prozent. Er habe sich sehr wohl damit gefühlt, Donald Trumps Bruder und nicht wie er zu sein, sagte ein früherer Mitarbeiter der Trump Organization, Jack O'Donnell, der "New York Times".

Robert Trump lebte US-Medienberichten zufolge in dem Ort Millbrook nördlich von New York City und hatte sich in den vergangenen Jahren weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Kürzlich gab es Schlagzeilen über seinen gescheiterten Versuch, die Veröffentlichung eines Buchs seiner Nichte Mary über die Trump-Familie zu verhindern. Mary Trump ist die Tochter von Trumps ältestem Bruder Fred, der 1981 im Alter von 43 Jahren starb.

"Zu viel und nie genug: Wie meine Familie den gefährlichsten Mann der Welt erschuf" kam Mitte Juli in den USA in den Handel und liegt inzwischen auch in einer deutschen Übersetzung vor. Die Psychologin Mary Trump geht in dem Buch ausgiebig auf die komplizierte Familiengeschichte der Trumps ein und beschreibt den Präsidenten als verlogenen und kaltherzigen Narzissten.

Heftige Ausschreitungen zwischen rechten und linken Gruppen in USA

Rechte und linke Gruppen haben sich am Samstag in mehreren US-Städten heftige Auseinandersetzungen geliefert. In einem Vorort von Atlanta (Georgia) etwa stießen Dutzende Milizen-Mitglieder, Südstaaten-Anhänger und Unterstützer von Präsident Donald Trump auf mehr als 100 linke Gegendemonstranten und Anhänger der Black-Lives-Matter-Bewegung. Auf beiden Seiten gab es bewaffnete Teilnehmer.

Stundenlang wurde geschrien, eine Südstaaten-Flagge wurde in Brand gesetzt. Schließlich brachen Faustkämpfe und Rangeleien aus, woraufhin die Polizei unterstützt von Spezialkräften eingriff.

In Kalamazoo in Michigan kam es zu Zusammenstößen zwischen Mitgliedern der rechtsextremen Gruppe Proud Boys, die aus Solidarität mit der Polizei auf die Straßen gingen, und antifaschistischen Gegendemonstranten. Es gab mehrere Festnahmen, wie die Behörden mitteilten.

In Portland versammelten sich Lokalmedien zufolge mehrere Dutzend, teils bewaffnete rechtsextreme Demonstranten, um in der Hauptstadt des Staates Oregon Antifaschisten nach 80 Tagen der Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt die Stirn zu bieten. Auch hier habe es Handgemenge gegeben. Ein Fotograf des Senders Koin 6 twitterte, er habe Schüsse gehört. Die örtliche Polizei war für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar.

Die Vorfälle zeigen, wie die Spannungen zwischen Links und Rechts in den USA zunehmen. Das gesellschaftlich gespaltene Land erlebt seit der Tötung des Afroamerikaners George Floyd durch einen weißen Polizisten im Mai eine Welle der Proteste gegen Rassismus, die zunehmend rechte Gruppen auf den Plan rufen.

(APA/dpa/ag.)

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