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Jubiläen, die niemand feiern will

Seit zehn Jahren wartet das Hotel am Bödele, das 2001 durch einen Brand schwer beschädigt wurde, darauf, aus dem Dornröschenschlaf geweckt zu werden.
Seit zehn Jahren wartet das Hotel am Bödele, das 2001 durch einen Brand schwer beschädigt wurde, darauf, aus dem Dornröschenschlaf geweckt zu werden. ©Peter Strauß

Vor 100 Jahren wurde das Hotel am Bödele eröffnet, vor zehn Jahren wütete ein Großbrand.

Schwarzenberg. “Leider hat sich in den vergangenen Jahren nichts Grundlegendes geändert, auch unter dem neuen Besitzer nicht”, bedauert Schwarzenbergs Bürgermeister Armin Berchtold den wenig erfreulichen Stand der Dinge beim Hotel am Bödele. Dabei gäbe es heuer eigentlich Grund zum Feiern: Vor 100 Jahren war das Hotel 1911 eröffnet worden, 1951 – vor 60 Jahren – wurde eine große Erweiterung in Angriff genommen. Diese Erweiterung ist der einzige Gebäudeteil, der den Großbrand am 17. September 2001 überstanden hat, der Altbau wurde vor zehn Jahren völlig zerstört.

Nicht mehr als Kosmetik

Stundenlang hatten die Feuerwehren vor zehn Jahren gegen die Flammen gekämpft, fast 250 Wehrmänner konnten jedoch nicht mehr retten. Seither hat sich an der Brandruine nicht viel geändert. Die Behörde hatte deshalb sogar einen Abbruchbescheid verfügt, gegen den Girardelli aber Berufung einlegte. Auch nach dem Besitzerwechsel ging das Tauziehen weiter. “Immerhin konnten wir durchsetzen”, so Bürgermeister Berchtold, “dass die Brand­ruine durch eine provisorische Verschalung optisch ein etwas besseres Bild bietet. Natürlich ist das keine Lösung.”

Trügerische Hoffnung

Dabei hatte es nach dem Besitzerwechsel – Heinz Hämmerle, Hotelier in Rickatschwende und Stickereifabrikant in Lustenau – hatte die Brandruine erworben und sein Sohn, Architekt Thomas Hämmerle, präsentierte vor etwa vier Jahren vielversprechende Pläne. Ein Spatenstich im Frühjahr 2009 schien aus Sicht von Thomas Hämmerle realistisch – doch das erwies sich als trügerische Hoffnung, die globale Wirtschaftskrise legte das Projekt auf Eis.

Nur aufgeschoben?

In Schwarzenberg hat man die Hoffnung indes nicht verloren, dass dieses Projekt doch noch umgesetzt wird. “Die Pläne, die Hämmerle vorgelegt hat, sind durchaus vielversprechend, zielen sie doch wieder auf ein Hotel ab. Eine andere Lösung wäre für uns als Gemeinde weniger gut, denn wir sind überzeugt, dass nicht nur im Hinblick auf die Schubertiade Hotelbetten sinnvoll wären. Wenn man sieht, was diesbezüglich in anderen Gemeinden der Region abgeht, sind wir davon überzeugt, dass auch ein neues Hotel am Bödele Erfolg haben würde.” Hämmerle hat vor drei Jahren ein Konzept präsentiert, bei dem in einem ersten Schritt der noch vorhandene Gebäudeteil mit einem neuen Eingangsbereich wieder als Hotel reaktiviert werden sollte. Das dem Brand zum Opfer gefallene Kopfgebäude würde neu errichtet und in einem dritten Schritt der Altbau abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. “Ganz in unserem Sinne”, so der Schwarzenberger Bürgermeister Armin Berchtold, der hofft, dass sich am Bödele “bald etwas Positives bewegt.” VN-STP

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