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Journalistinnen in Sierra Leone nackt durch die Straßen gezerrt

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Im westafrikanischen Sierra Leone sind vier Journalistinnen gezwungen worden, nackt durch eine Ortschaft zu laufen, weil sie sich gegen die weibliche Genitalverstümmelung ausgesprochen hatten.

Die Frauen waren in der Stadt Kenema im Osten des Landes von einer Pro-Beschneidungs-Gruppe verschleppt worden, die ihnen die Kleider auszog und sie durch die Straßen zerrte, bis Polizei und Menschenrechtler eingriffen. Hintergrund soll ihre Berichterstattung über eine Kampagne am Internationalen Tag “Null Toleranz gegen Genitalverstümmelung” vergangenen Freitag gewesen sein.

Die Chefin der Bondo-Geheimgesellschaft, Haja Massah Kaisamba, bekannte sich zu der Verschleppung der Journalistinnen. Die Frauen seien “in Gewahrsam genommen worden, weil sie sich im Radio unvorteilhaft über die Genitalverstümmelung geäußert haben”, sagte sie vor Journalisten. Geheim-Gesellschaften verfügen in Sierra Leone über starken Einfluss, weshalb sich viele Politiker aus Angst um Wählerstimmen scheuen, sich für ein Verbot der Genitalverstümmelung auszusprechen. UNO-Angaben zufolge sind in dem Land 94 Prozent der Frauen und Mädchen im Alter von 15 bis 49 Jahren beschnitten.

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