Johnny beeindruckt einmal mehr

"Fluch der Karibik 2" glänzt mit entrückter Manie, schneller Action und einer Handvoll Liebe. Johnny Depp beeindruckt einmal mehr als schräger Piraten-König.  

Piraten mit Tintenfischarmen, die schwierige Suche nach einem Schlüssel, von dem nur eine Zeichnung existiert oder die Jagd nach einem gebrochenen Herzen in einer Holztruhe: Dass „Fluch der Karibik 2“ auf Anhieb den erfolgreichsten US-Kinostart aller Zeiten hingelegt hat, hat seine Gründe. Ab 27. Juli ist der legendär chaotische Captain Jack Sparrow alias Johnny Depp auch in den heimischen Kinos zu sehen. Eine gelungene Fortsetzung der Abenteuer-Komödie, die sich zwar nicht neu erfindet, aber auch für Überraschungen sorgt.

In gewohnt entrückter Manie(r) wirft sich Jack (in einem Sarg versteckt) in ein neues Abenteuer, das unter die Oberfläche aller alten Piratenlegenden führt. Gerade erst dem Fluch der „Black Pearl“ entkommen, sieht er sich nun mit einer offenen Rechnung konfrontiert: Jack trifft auf den sagenumwobenen Stiefelriemen Bill Turner (Stellan Skarsgard), der ihn daran erinnert, dass er in lebenslanger Schuld bei Davy Jones (Bill Nighy), dem legendären Kapitän des „Fliegenden Holländers“, steht. Hier greift Regisseur Gore Verbinski kräftig in die Trickkiste, denn die gesamte Crew fristet ihr Dasein als mutiertes Fischvolk. Da wachsen den bösen Buben Korallen aus den Ohren, Arme haben sich in Scheren verwandelt, Davy Jones selbst gleicht schon mehr einer Krake als einem Piraten.

Auch auf der romantischen Seite gibt es ein Wiedersehen mit den Helden aus Teil eins: Elizabeth Swann (Keira Knightley) und Will Turner (Orlando Bloom) stehen kurz vor ihrer Hochzeit, als sie plötzlich die Vergangenheit einholt. Was als lang ersehnte Hochzeitsnacht geplant war, endet im Gefängnis. Weil sie Jack einst zur Flucht verholfen haben, sollen auch sie dafür bezahlen. Die einzige Möglichkeit, dem Tod zu entrinnen, sieht Will Turner in dem Deal, für die East India Trading Company Jack Sparrows sagenumwobenen Kompass zu „besorgen“.

Wie schon vor drei Jahren ist es also eine Verfolgungsjagd quer durch die Karibik, die für die nötige Action sorgt. Während Jack mit einem geheimnisvollen Schlüssel auf die Suche nach dem gebrochenen Herzen von Davy Jones geht und kurzzeitig sogar als schillerndes Oberhaupt eines Kannibalen-Stamms über dem Feuer hängt, jagt ihm der junge Will Turner hinterher. Auf seinen Fersen seine Verlobte Elizabeth, die aus dem Gefängnis geflohen ist, um ihrem Liebsten zu helfen. Wieder stellt sich die Frage nach wahrer Freundschaft, Loyalität und Liebe.

Witziges, rasantes Kino der Attraktionen, das fast zweieinhalb Stunden keinen Moment des Durchatmens zulässt. Über allem schwebt die entstaubte Romantik alten Seemannsgarns, die Fernweh-Kulisse tut den Rest. Was dieses gelungene Sequel zu einem derartigen Renner macht, ist vor allem eins: Es erfüllt die Erwartungen. Leicht bekömmliches, spannendes, streckenweise ein wenig gruseliges Kino, in dem auch die Liebe ihren Platz findet.

Dass Produzent Jerry Bruckenheimer dieses Abenteuer noch mit der nötigen Starbesetzung würzt, macht das Rekord-Einspielergebnis von allein 321,7 Millionen Dollar (255 Mio. Euro) in den US-Kinos nach dem dritten Wochenende plausibel. Der europäische Erfolg scheint so gut wie gesichert, hat „Fluch der Karibik 2“ außerhalb der Staaten doch bereits 200 Millionen Dollar eingespielt.

Welche Beziehung Jack Sparrow zum geheimnisvollen Medium Tia Dalma hat, wer am Ende Davy Jones schlagendes Herz aus der Erde buddelt und welcher Überraschungsheld im gleichzeitig gedrehten dritten Teil (Start 2007) die Crew an den Rand der Welt führen wird, ist in Österreich ab Donnerstag zu sehen.

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