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Zumtobel-Jobabbau kostet insgesamt bis zu 54,5 Mio. Euro

Die Maßnahmen würden alleine im vierten Quartal des noch laufenden Geschäftsjahres zu Restrukturierungsaufwendungen von weiteren 15 bis 20 Mio. Euro führen.
Die Maßnahmen würden alleine im vierten Quartal des noch laufenden Geschäftsjahres zu Restrukturierungsaufwendungen von weiteren 15 bis 20 Mio. Euro führen. ©VOL.AT/Steurer
Der Sparkurs des Vorarlberger Leuchtenkonzerns Zumtobel kostet nicht nur bis zu 600 weiteren Mitarbeitern den Job, sondern dem Unternehmen auch insgesamt bis zu 54,5 Mio. Euro. Die Maßnahmen würden alleine im vierten Quartal des noch laufenden Geschäftsjahres zu Restrukturierungsaufwendungen von weiteren 15 bis 20 Mio. Euro führen, heißt es zu dem heute, Mittwoch, angekündigten Stellenabbau.
Zumtobel baut 600 Stellen ab

Bereits in den ersten drei Quartalen 2013/14 gab Zumtobel 14,5 Mio. Euro aus, vor allem wegen der Schließung des Werks in Fürstenfeld und des Vorstandswechsels. Für 2014/15 rechnet man mit Restrukturierungskosten von nochmals 15 bis 20 Mio. Euro – das sind in Summe also bis zu 54,5 Mio. Euro. Rund 8 Prozent der konzernweiten 7.194 Mitarbeiter sollen heuer und nächstes Jahr abgebaut werden, im Vertrieb sollen 150 und der Produktion bis zu 450 Stellen wegfallen. Die rund 2.400 Mitarbeiter in Österreich seien aber “kaum betroffen”, betonte Sprecherin Astrid Kühn-Ulrich gegenüber der APA.

Stellenstreichungen kommen überraschend

Der Vertrieb der Marken Thorn und Zumtobel wird zusammengelegt, die Strukturen verschlankt. Ziel sei es, bis 2016/17 die Vertriebs- und Verwaltungskosten von derzeit 29 Prozent vom Umsatz um 2 bis 3 Prozentpunkte zu reduzieren. Ähnliches gilt für die derzeit getrennten Thorn- und Zumtobel-Werke: Mit dem künftigen globalen Fertigungsverbund sollen die Produktionskosten bis 2016/17 von derzeit 61,5 Prozent vom Umsatz um 3 bis 4 Prozentpunkte gesenkt werden.

Die Stellenstreichungen kommen überraschend: Noch im Dezember hatte der neue Konzernchef Ulrich Schumacher laut Reuters gesagt, es werde nur “von Fall zu Fall” zu Stellenstreichungen kommen – ein “umfangreicher genereller Stellenabbau” sei nicht geplant. Der ehemalige Infineon-Manager, der als harter Sanierer gilt, steht seit Oktober an der Spitze des Vorarlberger Konzerns.

Zumtobel richtet Blick nach Asien

Vier bis sechs Werke sollen verkauft, verkleinert oder geschlossen werden. Für zwei Standorte gebe es Kaufinteressenten, sagte Konzernchef Ulrich Schumacher in Frankfurt. Das soll die restlichen 12 bis 14 Werke besser auslasten, vor allem jene in China. Dorthin will der Vorarlberger Leuchtenkonzern seine Produktion verlagern. Ein Ausbau der chinesischen Werke sei aber nicht geplant, so Kühn-Ulrich.

Teile der Produktion sollen von Europa in die drei chinesischen Werke Tianjin, Guangzhou und Shenzhen verlagert werden. Auch soll Arbeit an asiatische Zulieferer ausgelagert werden. Betriebsrat Mario Wintschnig hat dennoch keine Bedenken, dass die Produktion von Österreich abwandert. “Ich kenne kein Produkt von Dornbirn, das nach Asien verlagert werden soll”. Die Verunsicherung der 2.411 österreichischen Mitarbeiter sei unbegründet. Zumtobel gab den Stellenabbau während der “Light+Building”-Messe in Frankfurt bekannt.

Mit dem Sparpaket will Zumtobel in den nächsten Jahren wieder deutlich profitabler werden. “Damit werden wir die Synergieeffekte aus dem Mehrmarkenansatz heben, die seit mehr als einer Dekade im Unternehmen schlummern”, erklärt Schumacher. 2014/15 soll die Gewinnspanne (Ebit-Marge) von aktuell 4 auf 5 bis 6 Prozent steigen, bis 2016/17 peilt das Management 8 bis 10 Prozent. Der Umsatz soll bis dahin jährlich um 3 bis 5 Prozent steigen – auf 1,38 Mrd. Euro im Geschäftsjahr 2016/17. Schumacher will Zumtobel verstärkt nach Asien und dem Mittleren Osten ausrichten. Die Börsianer reagierten verhalten auf die Pläne. Die Zumtobel-Aktie lag zu Mittag 0,37 Prozent im Minus.

(APA)

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