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Jo hallo?

Ulrich Gabriel
Ulrich Gabriel

Unverschämt blau grinst der Himmel aufs Hatlerdorf. Donnerstagmorgen, abnehmender Mond im Löwen. Wie immer tritt der Gaul aus dem Haus, nicht zu verwechseln mit jenem vom Tischler Bartels, wiehert nicht, schnaubt und trabt in die Bäckerei zum kleinen Schwarzen. Schwarze Schatten protokollieren den Sonnenstand. Zehn Ponys kindergarteln in orangen Warnwesten Hand in Hand zum Kaufmannkaufmannloch, das neben der Zanzenbergdurchlochung eine der Tiefbauleistungen der sich neuerdings auf üppigem Glanzpapier selbstlobenden Dornbirner Stadträte darstellt. Zugleich ist es eine grausige Hinterlassenschaft, „Gagel“ des regierenden Lebensmittelriesen SPAR, vor dem nicht nur die Politik kniet.

Der Brunnen brunnt. Ein eiserner Kranz hält den langsam auseinanderfallenden Wasserspender gerade noch an jenem Ort zusammen, an dem zu Kriegsende ein französischer Panzer das Hakenkreuz am Breitenberg beschossen hat. Tatsch!

Noch was an diesem Donnerstag? Ja. Erstens liegen DIE ZEIT, das Kirchenblatt, die Gemüsekiste, VN, Neue, Anzeiger auf dem Boden hinter der Stalltüre, zweitens schreit der Baron nach Kolumnierung, drittens laufen immer mehr Kopftücher herum. Viertens gibt es nicht, weil aller guten (?) Dinge drei sind. Fünftens: Drei Volksbegehren laufen. Vorne weg das erste, in dem der Volk dem Volk das Rauchen verbieten soll. Wann wird der Schnaps verboten, um die Schnapsideen auszurotten?

Dahinter humpelt das Frauenvolksbegehren. Es geht dabei nicht darum, dass der Volk mehr Frauen begehren würde sondern um gesetzliche Gleichstellung der Frauen, Frauenrechte und so weiter. So weit so gut. Aber gerade jetzt werden die Frauenvolksbegehrerinnen von den Kopftuchfrauen überholt. Die wollen das Gegenteil, nämlich dass „Baba“ den Ehemann für die Tochter aussucht, die Frau sich unter Tüchern versteckt und nur in Kleidern badet und die sich davon mutig befreiende Tochter erstochen wird. „Bhüöt die Gott schöne Gegend“. Jedoch: der Gehorsam der Frauenrechtlerinnen der entkernten Roten („Yes we Pam“), entfernten Grünen, neu besetzten Pinken, alten Pilzen, Schwarzen, Türkis(ch)en, Blauen (gibt’s bei denen auch Emanzipierte?) eilt den Kopftüchern voraus: sie schreien nicht auf sondern ducken sich weg. „Wit heat as abargschneit!“ – nicht nur bis zum First.

Ganz hinten watschelt das ORF-Gebührenabschaffungsbegehren daher. Der ORF lebt zu 60 Prozent (!) von den Gebühren, also stark risikobefreit. Für Ö1, FM4, Ö3, ORF III, SAT1, 3SAT, ARTE zahlt unsereiner ja gern, nicht aber für das Unterhaltungs-Radio Klemendrich. ORF-Radio Vorarlberg gehört auf Grund des stark vernachlässigten Bildungs- und Kulturanspruchs und der radikal eingesparten kulturellen landesbezogenen Eigenproduktionen nicht subventioniert sondern Privatsendern gleichgestellt, sprich privatisiert.

Ulrich Gabriel
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