Page 1Page 1 CopyGroupGroupPage 1Combined ShapePage 1Combined ShapePage 1Triangle Page 1 Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1 Rectangle 9 Combined ShapeCombined ShapePage 1Page 1Page 1Page 1Page 1AAAAPage 1 Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1

Jetzt wird Strom produziert!

Ende 2018 geht mit dem Obervermuntwerk II das zweitgrößte Pumpspeicherkraftwerk der Vorarlberger Illwerke AG in Betrieb. 

Mit einer Leistung von zweimal jeweils 180 Megawatt im Turbinen- und Pumpbetrieb leistet das unterirdische Kraftwerk einen wichtigen Beitrag zur Energiewende. Doch wie funktioniert ein solches Kraftwerk? Woher kommt das Wasser und wie sieht sein Weg durch die unterschiedlichen Kraftwerksabschnitte aus?
In einer vierteiligen Serie nimmt die VN Sie mit auf eine spannende Reise von den Gletschern der Silvretta durch das Obervermuntwerk II in den Vermuntsee. Dabei erfahren Sie nicht nur Wissenswertes zur Funktionsweise, sondern erhalten aktuelle Informationen über den Baufortschritt.

Bis zum Optimum
Der Wassertropfen hat auf seinem Weg durch das Obervermuntwerk II den Kugelschieber wenige Meter vor dem Maschinensatz passiert, verschwindet mit hoher Geschwindigkeit in der Turbinenspirale und fließt anschließend in die Turbine. Selbst hier verjüngt sich der Durchmesser noch einmal signifikant und holt das Optimum in Sachen Geschwindigkeit – und damit Druck – aus dem Wasser heraus. Der Tropfen rauscht im Kreis, trifft auf die Turbine und treibt diese zu Höchstleistungen (428 Umdrehungen/ Minute) an. Die Geschwindigkeit wird an die Turbine abgegeben – das Wasser fällt durch die Spirale und fließt wieder stark verlangsamt Richtung Unterwasserbereich.

Seit Mai läuft der Maschineneinbau
Besichtigt man heute die Baustelle, braucht man schon viel weniger Fantasie als vor einigen Wochen, um zu erkennen, was hier innerhalb von nur vier Jahren gebaut wird. Ausschlaggebend dafür ist, dass der Maschinenbau bereits damit begonnen hat, die ersten Maschinenteile zu installieren. Dabei gilt es, die einzelnen Schritte möglichst detailliert vorauszuplanen, denn vor allem, wenn es darum geht, die schweren Teile vorzulagern, macht es die richtige Reihenfolge aus. Besonders deutlich wird der Fortschritt bei der Maschine 1. Hier arbeiten die Experten der Spezialfirmen bereits an der Turbine. Auch der Generator – quasi das Herzstück der Anlage – nimmt bereits Form an. Der Stator, der untere, feste Teil des Generators, ist schon installiert. Beinahe fertig sind die Bautrupps mit den Betonarbeiten. Bis auf einzelne Vergussarbeiten, beispielsweise rund um die Kugelschieber, konnte man diesen Teil auf der Bauagenda abhaken.

Mit Stahl gepanzert
Der Tropfen hat seine Pflicht getan und sauberen Strom produziert, der nun über die entsprechenden Leitungen ins Tal abtransportiert wird. Die ersten Kabel dazu sind bereits eingezogen, die Trasse bis auf wenige Restarbeiten fertiggestellt. Auf seinem Weg nach draußen muss der Tropfen nun noch zwei weitere Absperrorgane passieren. Das erste ist eine riesige Auslaufschütze, die direkt im Anschluss an die Maschine den Weg zur Abzweigung zum Hauptsammelstollen für das Unterwasser versperrt. Da auch hier wieder hoher Wasserdruck entstehen kann, ist dieser Abschnitt noch mit Stahl gepanzert. Diese Panzerung ist mittlerweile komplett fertiggestellt. Auch die Injektionen und der Korrosionsschutz sind abgeschlossen.

Hoher Aufwand im Unterwasser
Nach dem Abzweig findet der Tropfen wieder eine Baustelle vor, denn in dem Bereich, an dem die vier einzelnen Zuund Abläufe (je zweimal von der Turbine und zweimal zur Pumpe) zusammenkommen, sind die Baufachleute mit der Betoninnenschalung beschäftigt. Diese Arbeiten sind aus mehreren Gründen sehr aufwendig: Einmal, weil die verschiedenen Abzweigungen eine Herausforderung für den Betonbau darstellen und weil die hohen Vorgaben zur Stahlbewehrung zeitintensive Arbeiten bedingen. Bis August sollen aber auch diese Arbeiten abgeschlossen werden können. Danach bleibt als letzte Maßnahme im September die Abdichtung des Zugangsstollens zum Unterwasser. Hier wird ein Panzerrohr mit einem sogenannten „Mannloch“ eingebaut, durch das auch später der Zugang zum Unterwasser möglich ist. Ab diesem Bereich geht es für den Tropfen im Unterwasserstollen 200 Meter lang sogar bergauf. Der Grund für die Steigung ist, dass bei einem umgekehrten Betriebszustand – das bedeutet, dass das Wasser wieder in den oberen Speicher gepumpt wird – dieser Wasserdruck für die Pumpen als Vordruck wirken soll. Nach 200 Metern weitet sich der Stollen und das Wasser fließt langsam und gemächlich durch das Auslaufbauwerk – vorbei an der letzten großen Schütze – in den Vermuntsee. Das Ziel der Reise ist erreicht!

Ende November kommt das Wasser
Der Zeitplan für die Fertigstellung des Unterwasser-Bereichs ist sportlich, denn Ende November wollen die Kraftwerksexperten das gesamte Unterwasser erstmals mit Wasser füllen. Eine heikle und spannende Phase, in der der gesamte Unterwasser-, Schützen- und Kavernenbereich genauestens überwacht und kontrolliert wird. Der Zeitraum für diese Probefüllung ist bewusst gewählt, denn dann bliebe im Winter 2017/2018 noch etwas Zeit, eventuelle Nachbesserungen vorzunehmen, ohne dass es zeitkritisch für die Inbetriebnahme wird.

Fill 1Created with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Energie
  • Jetzt wird Strom produziert!
  • Kommentare
    Die Kommentarfunktion ist für diesen Artikel deaktiviert.