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Jetzt Schulweg üben

Üben für den Schulbeginn
Üben für den Schulbeginn ©Kuratorium für Verkehrssicherheit

2010 wurden in Österreich 382 Kinder am Schulweg verletzt. KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit) appelliert: Eltern sollten bereits jetzt gemeinsam mit ihrem Kind den Schulweg üben.

 Im Jahr 2010 wurden in Österreich 382 Kinder zwischen sechs und 15 Jahren auf dem Schulweg verletzt, das sind um 19 Kinder weniger als im Jahr 2009. Seit Beginn der Aufzeichnungen gab es noch nie so wenig Schulwegunfälle: insgesamt 360 in Österreich. “Seit dem Jahr 2000 ist die Zahl der verletzen Kinder am Schulweg um ein Drittel zurückgegangen. Die zahlreichen Aktivitäten – schulische Verkehrserziehung, Schülerlotsen, Schulwegpolizei, Schulwegpläne, Plakate für Autofahrer, etc. – haben die Sicherheit der Kinder am Schulweg in den letzten Jahren deutlich erhöht. Daher ist es notwendig, auch zukünftig für die Sicherheit unserer Kinder aktiv zu bleiben” fasst Klaus Robatsch, Leiter des Bereichs Prävention im KFV, die Situation zusammen.

Üben, üben, üben und konkrete Gefahrenstellen besprechen
Zu Ferienende ist es höchste Zeit, dass Eltern gemeinsam mit ihrem Kind den Schulweg üben. Weil Schulanfänger auch Verkehrsanfänger sind, muss die alleinige Teilnahme am Straßenverkehr trainiert werden. Schülerbefragungen zeigen, dass etwa ein Drittel aller Eltern den Schulweg mit den Kindern nicht übt. Robatsch appelliert: “Zeigen Sie Ihrem Kind die möglichen Gefahrenstellen und besprechen Sie vor Ort, wie sich Ihr Kind dort konkret verhalten soll. Erklären Sie Ihrem Kind, warum eine Situation gefährlich ist und worauf genau es hier achten soll. Bitte verunsichern Sie Ihr Kind nicht, denn Angst ist ein schlechter Begleiter!” Allgemeine Aufforderungen wie z.B. “Pass auf!” oder “Sei vorsichtig!” sollen vermieden werden, denn diese enthalten keine nützlichen Informationen bzw. konkreten Handlungsanweisungen. Schulanfänger glauben, wenn sie ein Fahrzeug sehen, dass sie automatisch auch vom Fahrzeuglenker gesehen werden. Machen Sie Ihr Kind darauf aufmerksam, dass nur der Fahrzeuglenker reagieren kann, der einen auch gesehen hat. Weisen Sie Ihr Kind auch darauf hin, dass Fahrzeuge nicht sofort stehen bleiben können, sondern einen Bremsweg haben. Kinder glauben häufig, dass ein Auto sofort anhalten kann – dabei beträgt der Anhalteweg bei 50 km/h mindestens 30 Meter! Ältere Schüler (11 und 12jährige) werden häufiger bei Schulwegunfällen verletzt als Volksschulkinder. Daher sollte auch mit größeren Schülern, die einen neuen Schulweg haben (weil sie ins Gymnasium oder in die Hauptschule wechseln), der neue Schulweg – zumindest einmal – gemeinsam zurückgelegt werden.

Welcher Schulweg ist der sicherste?
Die Eltern sollten vor dem Schulwegtraining den sichersten Schulweg auswählen, denn nicht immer ist der kürzeste Schulweg der beste.
Kriterien für die Wahl des Schulweges sind:
• Wo muss mein Kind möglichst wenige Straßen überqueren?
• Wo gibt es Ampeln, Zebrastreifen, Schülerlotsen oder Schulwegpolizei?
Je mehr Straßenquerungen für das Kind auf dem Schulweg notwendig sind, desto häufiger bzw. länger muss mit dem Kind geübt werden und desto später kann das Kind den Schulweg unbegleitet zurücklegen.

KFV- Tipps zum Schulwegüben
• Das größte Gefahrenpotenzial ist beim Überqueren der Fahrbahn, deshalb sollte eine möglichst sicherere Querungsstelle gesucht werden, auch wenn es ein Umweg ist.
• Der Zebrastreifen wird in seiner Schutzwirkung häufig überschätzt, da viele Fahrzeuglenker nicht anhalten. Wichtig ist mit dem Kind zu üben, erst dann loszugehen, wenn die Fahrbahn frei ist bzw. alle Fahrzeuge angehalten haben.
• Bei Fußgängerampeln: Erklären Sie Ihrem Kind, dass “Grün” alleine nicht reicht. Immer nach beiden Seiten schauen und auf Abbieger achten.
• Der einmal festgelegte Weg sollte für Ihr Kind verbindlich sein.
• Kurz, aber oft üben.

“Mama-Taxi” vermeiden!
Kinder sollten möglichst nicht mit dem Pkw in die Schule gebracht bzw. abgeholt werden. Eltern gefährden durch den Pkw-Transport ihres Kindes von und zur Schule die zu Fuß gehenden Schüler durch den zusätzlichen Verkehr und die Park- und Wendemanöver beim Aussteigen.

Wenn es unbedingt erforderlich ist, das eigene Kind mit dem Pkw in die Schule zu bringen, gilt:
• Passender Kindersitz und richtiges Angurten sind unverzichtbar (fehlende Kindersicherung ist ein Vormerkdelikt!).
• Das Kind zur Gehsteigseite hin aussteigen lassen.
• Beim Abholen: Nicht auf der gegenüberliegenden Straßenseite warten.

Sie sind Vorbild – nicht nur für Ihr eigenes Kind!
Der sichere Schulweg für Ihr Kind erfordert Übung und vor allem Ihr gutes Vorbild. “Alle Straßenverkehrsteilnehmer sollten an die Besonderheiten der Kinder – leichte Ablenkbarkeit, Bewegungsdrang, eingeschränktes Blickfeld, kürzere Schrittlänge – denken und sich entsprechend vorsichtig und rücksichtsvoll verhalten!”, erinnert Robatsch.

Quelle: Kuratorium für Verkehrssicherheit

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