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Jeder zweite Einkauf wird mit dem Auto erledigt

Die Mobilität der Österreicher beim Einkaufen ist wenig klimafreundlich, macht der VCÖ aufmerksam. Jeder zweite Einkauf wird in Österreich mit dem Auto erledigt - und das, obwohl 80 Prozent der Einkaufsfahrten mit dem Auto kürzer als fünf Kilometer sind und jeder zweite Lebensmitteleinkauf weniger als fünf Kilo wiegt.

“Klimaschutz spielt beim Einkaufen für die Österreicherinnen und Österreicher eine wichtiger werdende Rolle, jedoch vor allem im Geschäft und nicht auf dem Weg zum Geschäft”, fasst VCÖ-Experte DI Martin Blum die Ergebnisse der aktuellen Ausgabe des VCÖ-Magazin, das dem Thema Einkaufen gewidmet ist, zusammen. In Österreich wird jeder zweite Einkauf mit dem Auto erledigt. Entgegen den Erwartungen sind aber weder die Distanz noch die Einkaufsmenge dafür die Hauptgründe. Denn 80 Prozent der Einkaufsfahrten mit dem Auto sind kürzer als fünf Kilometer, jeder zweite Lebensmitteleinkauf wiegt weniger als fünf Kilogramm.

Geschäfte oft am Ortsrand

Nur mehr jeder dritte Einkauf wird zu Fuß oder mit dem Fahrrad erledigt, so der VCÖ. “Eine Hauptursache dafür ist, dass bei der Erreichbarkeit vieler neuer Supermärkte und Einkaufszentren ausschließlich an das Auto gedacht wird. Viele dieser Geschäfte liegen am Ortsrand, haben zahlreiche Auto-Parkplätze, aber es führen weder Geh- noch Radwege dorthin”, stellt VCÖ-Experte Blum fest.

Schlechte Klimabilanz

Die Klimabilanz der Einkäufe verschlechtert sich dadurch, macht der VCÖ aufmerksam: Der Transport von einem Kilogramm Bio-Tomaten verursacht von der Ernte ins Geschäft sechs Gramm CO2, von einem Kilogramm herkömmlicher Tomaten rund 240 Gramm CO2. “Der Transport mit einem durchschnittlichen Auto verursacht bei einem zwei Kilometer langen Weg hin und retour fast zwei Kilogramm CO2, also acht Mal so viel wie der Transport der herkömmlichen Tomaten in den Supermarkt verursacht”, verdeutlicht VCÖ-Experte Blum.

Der VCÖ fordert verstärkte Maßnahmen zur Förderung des Einkaufens zu Fuß und mit dem Fahrrad. Damit wird auch die Nahversorgung gestärkt. Radfahrerinnen und Radfahrer kaufen dort ein, wo sie wohnen, sie lassen damit die Kaufkraft in der Gemeinde. Pro Jahr werden in Österreich übrigens Einkäufe im Wert von mehr als 2,5 Milliarden Euro mit dem Fahrrad erledigt, wie eine Studie der Wirtschaftskammer und des Lebensministeriums zeigt.

Dass sich eine fußgänger- und radfahrfreundliche Verkehrsplanung in der Praxis bewährt, zeigt die Stadt Enns. Die Stadt Enns setzt seit dem Jahr 2008 auf das Konzept “Citta Slow”, das unter anderem eine fußgänger- und radfahrfreundliche Verkehrsplanung inkludiert. Gemeinsam mit weiteren Maßnahmen ist es gelungen, dass sich seit dem Jahr 2008 bereits 42 neue Betriebe in der Innenstadt von Enns angesiedelt haben.

Das aktuelle VCÖ-Magazin gibt es unter http://www.vcoe.at/ kostenlos zum Download.

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